Puh, ich war eben gerade im Kino und zwar in der Buchverfilmung "Chroniken der Unterwelt - City of Bones" und muss mir gleich mal ein bisschen was von der Seele schreiben, denn dieser Film hat mich
enttäuscht.
Eine Kurzbeschreibung werde ich nicht dazu geben, denn ein Filmtipp ist es nicht und meine Meinung wird - wenn überhaupt - nur diejenigen interessieren, die bereits mindestens das erste Buch dieser Reihe (siehe
Rezension) gelesen haben (also Achtung:
SPOILERALARM!).
Wo fange ich da bloß an? Also das erste, was mich bereits schon seit den allerersten Infos zu der Verfilmung gestört hat, ist
Jamie Campbell Bower, der
Jace darstellen soll. Im Buch wird er als "
engelhaft" bezeichnet, im Film hat er mehr was mit einem
Fisch gemeinsam.
Schwächlich und
glubschäugig kommt der Kerl daher. Das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn er wenigstens den arrogant-sympathischen Charakter der Figur gut rüberbringen würde, aber PUSTEKUCHEN. Seine Sprüche wirken völlig deplatziert und aufgesetzt, seine Blicke sind starr und ohne Aussage. Und cool wirkt der Kerl schon gar nicht.
Da fand ich sogar
Robert Sheehan in der Rolle des
Simon deutlich besser. Vor allem schien ER besser trainiert zu sein als Jace, der angeblich sein Leben lang im Training ist. Und das war der Figur zum Nachteil, denn dadurch hat er das "
schutzbedürftige" und "
unschuldige", das in dem ersten Buch so prägnant war, verloren. Er wirkte zwar - zurecht - überfordert mit der Situation, aber sonst schien er mit allem sogar sehr gut klarzukommen.
Lily Collins in der Rolle der Hauptfigur
Clary war ganz gut, ein
kleiner Lichtblick in dem sonstigen Chaos, denn sie hat ihren Part
mit Bravur gemeistert.
Eine einzige
KATASTROPHE war die Darstellung von dem Erzfeind
Valentin: Im Buch wird er als
zivilisierter und ruhiger Mann mit einer anziehenden Aura beschrieben, im Film hat er mehr was von einem
Barbaren, der
völlig unkontrolliert und dumm handelt. Im Buch hat er einen Anzug an, der ihm das autoritäre Aussehen verleiht - im Film läuft er halb nackt rum. Ganz ehrlich, was soll der Schwachsinn?! Das ist eine
VÖLLIG ANDERE Figur, die sie da geschaffen haben.
Auch
Magnus Bane war nicht die
schillernde Persönlichkeit - eine Hotpants und ein bisschen Schminke haben nicht die Wirkung, die man sich wohl erhofft hat. Überhaupt spielt er eine so kleine Rolle, dass meine Begleitung nach dem Film meinte, diese Figur wäre
VÖLLIG ÜBERFLÜSSIG.
Magnus und überflüssig?! Da haben die Filmemacher wohl einen
gravierenden Fehler gemacht.
Aber genug von den Darstellern, kommen wir zur
Handlung:
Während am Anfang noch
Hoffnungen erweckt wurden, diese Verfilmung könnte sich sehr gut an den Ablauf des Buches halten, so wurde man
spätestens dann enttäuscht, als man ein
Portal im Institut gezeigt bekommt, das es in der Form
nicht einfach so geben kann dort. Dieses Portal führt dazu, dass alle Geschehnisse, die damit in irgendeiner Verbindung stehen, auf einmal auch dort stattfinden und somit die ganze Handlung des Buches eine andere Wendung nimmt.
Auf der Party von Magnus Bane sollte Simon eigentlich in eine
Ratte verwandelt und von den Vampiren entführt werden, um dann eingetauscht zu werden. Im Film wird er einfach mitgenommen und im Hotel Durmont an ein paar Ketten gelegt. Die Vampire sehen aus wie
Zombies und benehmen sich auch dementsprechend. Anstatt einer Verhandlung greifen sie völlig
desorientiert an und lassen ihre Gegner ziemlich einfach entkommen (natürlich erst NACHDEM Simon befreit wurde).
[Spoiler zu Buch 2]
Auch wird Simon bereits dort gebissen und zeigt erste Erscheinungen einer Verwandlung, was erst im zweiten Buch der Fall ist. [Spoiler Ende]
[Spoiler zu Buch 3]
Auch die Tatsache, dass man als Leser im ersten und zweiten Band noch dem Glauben verfallen sein sollte, Clary und Jace wären Geschwister, wird bereits in diesem Film völlig über Bord geworfen, dadurch dass Hodge, der Leiter des Instituts, Valentin den TIPP gibt, beide anzulügen und zu behaupten, auch Jace wäre sein Sohn. WAS soll die Scheiße?! Und auch die Tatsache, dass Clary Engelsblut in sich hat, wird er im dritten Buch überhaupt geklärt, aber im Film einfach mal so von Valentin ausgeplaudert. [Spoiler Ende]
Hodge verschwindet nicht wie am Ende des Buches, nachdem er Jace und den Kelch an Valentin ausliefert und Clary angreift. Nein, erst hilft er Isabell und Simon, die Dämonen zu besiegen, was völlig
unpassend für die Geschichte ist.
Auch die Tatsache, dass Clary am Ende des Filmes
noch im Besitz des Engelskelches ist, ist eigentlich
fatal für den Ablauf der restlichen Geschichte, die darauf aufbaut und bereits im zweiten Buch Auswirkungen zeigt.
Im Grunde haben sie die eigentliche Geschichte bereits über Bord geworfen und eine neue erschaffen, mit einem
dummen Feind und einer
konfusen Handlung. Ich werde mir die Fortsetzung wohl nicht anschauen, dafür habe ich mich einfach viel zu sehr aufgeregt...
Habt ihr den Film bereits gesehen? Und wenn ja, wie fandet ihr den?