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Samstag, 17. November 2012

Meine "gelesene Schulzeit" Teil 3

Nun geht es in die dritte Runde meiner „gelesenen Schulzeit“!
Thema heute: 

Reclam Hefte
 
Wer kennt sie nicht? Die kleinen, roten und gelben Heftchen, die oft nichts gutes voraussagen... Sie sind wohl die Lieblinge der Lehrer (zumindest meiner Erfahrung nach), weil sie praktisch und günstig sind! Allerdings sind sie auch oft der Horror für die Schüler...
Ich persönlich fand sie recht unhandlich, es gab kaum Platz für Notizen und das Markieren von Stellen hat das halbe Büchlein versaut.

Meine kleine Sammlung, die ich während meiner Schulzeit erwerben durfte:

(Von links nach rechts)

„Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury

Eines der wenigen englischsprachigen Bücher, die ich sogar ganz gerne gelesen habe (und das scheinbar als so ziemlich die einzige im Kurs, wie es schien...). Es ist ein Science-Fiction Roman über eine Zukunft, in der Bücher verbrannt werden. Bradbury hat ein Vision erschaffen, die unserer Gegenwart gar nicht sooo unähnlich ist! Wirklich ein sehr interessantes Werk.

„Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe

Ups, ja... Dieses Buch fand ich so grausig, dass ich es nicht zu Ende gelesen habe, auch wenn es Thema unseres Deutschunterrichts war. Zum Glück haben wir keine Arbeit darüber geschrieben, denn dieses Geheule eines erwachsenen Mannes habe ich nicht ausgehalten. Bin wohl zu unsensibel oder so, keine Ahnung, ist mir auch so ziemlich wurscht.^^

„Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller

Hm, ehrlich gesagt kann ich mich an diese Lektüre so gar nicht erinnern. Oder nur ganz entfernt... Irgendwas mit einem Kerl, der sich mit teuren Kleidern in die Oberschicht geschmuggelt hat? Weiß es jemand noch? :D

„Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing

Diese Geschichte beinhaltet eine schöne Parabel über die Entstehung der drei Weltreligionen. Ich habe es auch teilweise sehr kritisch aufgefasst, war mir gut gefallen hat. Allerdings war mir Nathan zu „perfekt“, das hat genervt. Und das Thema war sowieso doof.

„Educating Rita“ von Willy Russel

Haben wir im Englischunterricht gelesen und ich fand es äußerst öde, weswegen mir die Lektüre sehr schwer fiel. Würde ich nicht nochmal in die Hand nehmen...^^

„Die Jungfrau von Orleans“ von Friedrich von Schiller

Jeanne d'Arc kennt doch jedes Kind und wir mussten das auch noch lesen. Kann mich allerdings kaum noch dran erinnern, ob es mir gut gefallen oder mich eher gelangweilt hat.

„Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“ von Éric-Emmanuel Schmitt

Hab ich das Buch gelesen? Als ob. Die ersten paar Seiten vielleicht und dann angewidert in die nächste Ecke geschmissen. Die französische Sprache ist so gar nicht meins. Sieben Jahre Französischunterricht haben es nicht gerade gefördert...

„Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner

Ja, „Die Meistersinger von Nürnberg“ ist EIGENTLICH eine Oper und die durften wir dann LESEN im Musikunterricht. Und dann hat diese besagte Oper auch noch Überlänge, was bedeutet, dass das Buch gefühlt ein paar tausend Seiten hat. Darauf folgte in unserer Klasse das große Kotzen: Wir durften das ganze im Nachhinein auch noch anschauen – auf Video.


Hamburger Lesehefte

Neben den besagten „Reclam Heften“ gibt es ja noch zahlreiche weitere Verlage, die solch schönen, von Schüler gehassten Büchlein rausbringen, z.B. die „Hamburger Lesehefte“ von denen ich zwei Stück besitze.



„Kabale und Liebe“ von Friedrich von Schiller und „Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann

Yay, super tolle Bücher – not. „Kabale und Liebe“ habe ich noch als komische Version von „Romeo und Julia“ im Kopf (keine Ahnung, ob es stimmt) und „Die Ratten“ war Abiturpflicht- und Prüfungslektüre. Ich hab es gehasst.


Einfach Deutsch

„Einfach Deutsch“ ist natürlich auch ein bekannter Verlag für Bücher, die im Deutschunterricht gerne benutzt werden. Diese drei Bücher konnte ich in meine Sammlung aufnehmen:


„Der Prozess“ von Franz Kafka
Abipflichtlektüre und sowas von verrückt, man muss es erlebt haben. Ich blick da selbst nach unserer eingehender Analyse im Unterricht nicht durch!

„Iphinegie auf Tauris“ von Johann Wolfgang von Goethe
Grauselig. Ich weiß nicht, was Tauris für eine Droge ist (:P), aber Iphigenie war wirklich SEHR anstrengend. Und die Geschichte sowieso.

„Woyzeck“ von Georg Büchner
Das ist ein Stück, das ich sogar als gar nicht so schlecht in Erinnerung habe. Vielleicht etwas wirr, brutal und völlig abgedreht, aber auch interessant. Wir haben sogar eine sehr moderne Version im Schauspielhaus anschauen dürfen, die eine sehr abstrakte und künstlerische Form der Darbietung geboten haben, teilweise auch etwas verstörend.^^


Wir hatten natürlich noch viele, viele mehr solcher und weiterer Büchlein in den verschiedensten Fächern und Klassenstufen, doch einige haben es irgendwie nicht überlebt und ich kann mich leider auch nicht mehr an alle erinnern. Teilweise sind sie wohl dem großen Brand von 2011 zum Opfer gefallen, der zufällig am selben Tag statt fand, an dem meine Abiturientenentlassung war. Mysteriös. :3

Was hattet ihr so für Erfahrungen mit Reclam oder ähnlichen Heften? Habt ihr von den hier vorgestellten Büchern auch schon was lesen müssen/dürfen?

Sonntag, 11. November 2012

Meine "gelesene Schulzeit" Teil 2

Es geht weiter mit dem kleinen Ausflug in meine „gelesene Schulzeit“.
Thema heute: „Bestseller als Schullektüre“

Selbstverständlich sind nicht alle Bücher für den Unterricht angemessen und geeignet, weil sie entweder keine eindeutigen pädagogischen Elemente besitzen oder vielleicht auch einfach Themen behandeln, die nicht zum Lehrstoff passen. Manche Lehrer tun sich sehr schwer damit, eine Schullektüre auszusuchen und halten sich meist strikt an die Vorgaben des Bildungsministeriums oder wo auch immer sie ihre Informationen beziehen.

Doch es gibt tatsächlich (und zum Glück) auch noch die mutigen Pädagogen, die einer Klasse entgegenkommen wollen und mit den Schülern zusammen beliebtere Bücher lesen. Meistens fallen diese in die Kategorie „Bestseller“.

Im Laufe meiner Schulzeit an der Allgemeinbildenen Schule hatte ich nur wenige solcher Lehrer, die uns auch mal die „interessanteren“ Bücher zeigten und nicht immer nur die „verstaubten“, die man an jeder x-beliebigen Schule durchnimmt. Dass auch diese nicht immer jeden Geschmack treffen, ist klar und wird auch immer so bleiben.

Hier meine kleine Liste:

Quelle: Diogenes Verlag
1. „Das Parfum“ von Patrick Süskind

Vielen ist dieser Roman und/oder die Verfilmung dazu bekannt. Es ist die Geschichte eines Mannes, der mit einem stark ausgeprägtem Geruchssinn geboren wurde, und auf der Suche nach dem perfekten Duft auch zum Mörder wird.
Der Lehrer, mit dem wir es gelesen haben, hat es tatsächlich geschafft, mir auch eine Geschichte, die in Frankreich spielt, schmackhaft zu machen, ich habe das Buch verschlungen und bin auch immernoch fasziniert! Es wurmt mich, dass es mir abhanden gekommen ist...

2. „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams

Ich habe zuerst den Film gesehen und wollte daraufhin unbedingt die Bücher lesen. Dann ergab sich die Chance, dass unsere Lehrerin uns eine Lektüre aussuchen ließ, die wir dann der Klasse in Gruppen vorstellen durften. Ich liebe diese Reihe, sie ist so herrlich sarkastisch. Eine Rezension dazu findet ihr hier.

3. „Tagebuch“ von Anne Frank

Hier habe ich nun ein bisschen geschummelt, denn das Tagebuch der Anne Frank steht auf vielen Must-Read-Listen der Schulen, vor allem wenn sie das Thema „Zweiter Weltkrieg“ behandeln. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden, es unter die „Bestseller“ zu nehmen.
Im Grunde kennt das Buch jeder. Es ist die einzigartige Dokumentation einer schrecklichen Zeit aus der Sicht eines jungen Mädchen. Ich fürchte nur, dass dieses Buch manchmal zu viel für Schüler der Alterstufe 11 bis 14 Jahre ist, sie die Tragweite der Ereignisse nicht verstehen oder unterschätzen. Zumindest war es bei uns in der Klasse so, weshalb wir die Lektüre größtenteils eher als ermüdend und langweilig empfanden.

4. „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini

Eine Deutschlehrerin hat es sehr gut mit uns gemeint und wollte uns in der Oberstufe ein Buch näher bringen, das sie selbst als grandios bezeichnete. Leider entsprach das so gar nicht meinem Lesegeschmack, denn mit Afghanistan (vor allem Kultur und Sprache) kann ich so gar nichts anfangen und deswegen fand ich die Lektüre sehr zäh und belastend. Vor allem als wir auch noch die Verfilmung dazu gesehen haben. Danke, aber nein danke.

5. „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel

Zum Schluss möchte ich euch noch einen Überflieger vorstellen, denn dieses Buch gehört zu meinen Favoriten und ich habe es nur durch den Deutschunterricht kennengelernt.
In diesem Buch geht es um einen homosexuellen Jungen, der mit seiner Mutter und seiner Zwillingschwester in einem alten Haus wohnt und dessen Familie von den Dorfbewohnern eher gemieden wird. Freundschaft, Liebe, Vergangenheit, Familie, Geheminisse – diese Geschichte hat alles, was es spannend, interessant und süchtig macht. Ich würde es jedem empfehlen!

Ich habe schon von einigen Schulen und Klassen gehört, die solche Bücher wie „Harry Potter“ und „Die Tribute von Panem“ gemeinsam gelesen haben. Leider war ich nie in so einer Klasse... :(

Wie schaut es bei euch aus? Habt ihr das eine oder andere Buch auch schon mal mit der Klasse zusammen gelesen? Oder vielleicht einen anderen Bestseller, der auch nicht so direkt auf den Lehrplänen steht?

Nächstes Mal geht es um „Reclamhefte“!

Donnerstag, 8. November 2012

Meine "gelesene Schulzeit" Teil 1

Wie ihr unschwer erkennen könnt, geht es heute bei mir um etwas, mit dem sich jeder früher oder später herumschlagen muss: Schullektüre.

Die einen (wenigen) freuen sich auf niveauvolle Lesestunden mit anschließenden ausführlichen Gesprächen, Analysen und Interpretationen, die anderen graust es bei dem Gedanken, zum Lesen von teilweise zwar pädagogisch wertvollen aber zum größten Teil auch „verstaubten“ und „langweiligen“ Büchern, die oft auch noch aus einer Zeit kommen, in der man geschwollenes, unverständliches Zeug von sich gab.

Egal an welcher Schule oder in welcher Klasse man ist, wenn das Wort „Lektüre“ im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht fällt, dann gibt es mindestens einen genervten Stöhner seitens der Schüler! Einige Male konnte ich selbst einen nicht unterdrücken.

Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, ob und was wir in der Grundschule an Büchern gelesen haben, deswegen wird der kleine Ausflug in meine „gelesene Schulzeit“ erst in der weiterführenden Schule (Gymnasium) beginnen.

Ich kann mich auch nicht genau erinnern, in welcher Klassenstufe wir welche Bücher gelesen haben, ich versuche aber, eine ungefähre Ordnung zu behalten.

Beginnen wir mit den Büchern, die Themen wie Einsamkeit, Anderssein, erste Liebe und Erwachsenwerden behandeln, also so ungefähr für die Klassenstufen 5 bis 7 gedacht sind:



Insel der blauen Delphine“ habe ich als Kind wirklich geliebt. In dem Buch geht es um ein junges Mädchen, die auf einer abgelegegen Insel aufgewachsen ist und dessen ganze Familie und alle, die diese Insel bewohnen, aufs Festland rübersegeln und sie durch einen Unfall zurück bleibt. Es ist ein Kampf ums Überleben, die Geschichte vom Erwachsenwerden und das schließen von Freundschaft mit der Natur bei völliger Abgeschiedenheit und Einsamkeit. Einfach großartig erzählt!

Behalt das Leben lieb“ erschien mir dagegen zu unspektakulär und trotzdem interessant, denn es geht um einen Jungen, der durch einen Unfall sein Augenlicht verliert und lernen muss, damit zu leben. Ich habe es etwas deprimierend und nicht wirklich spannend in (verschwommener) Erinnerung, vielleicht sollte ich es mal wieder lesen...?

Bei dem dritten Buch, das ich euch vorstellen möchte, handelt es sich um Schamis „Eine Hand voller Sterne“, das in Damaskus, Syrien spielt. An die Geschichte selbst kann ich mich nur schwer erinnern, ich weiß nur, dass es das Tagebuch eines verliebten Jungen ist, der Schriftsteller (oder ähnliches) werden will, und dass man seinen Namen niemals erfährt. Wir haben das Buch in der 7. Klasse gelesen und das weiß ich, weil ich mit meiner damaligen besten Freundin den Spaß an einer bestimmten Stelle im Buch hatte, die etwas „intimer“ war – zwar total harmlos, aber man weiß ja, wie kichernde, 13jährige Mädchen so sind... richtig ätzend.^^ Seite 125!

Bei „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ habe ich mich noch jahrelang über den Titel gewundert, denn entweder habe ich es überlesen oder es kam wirklich kein rosa Kaninchen drin vor...! (*Edit* Es war ihr Kuscheltier und sie musste es zurücklassen... Ich hab das Buch wohl mehr überflogen als gelesen...) In diesem Buch geht es um ein Mädchen (ich glaube, sie war Jüdin) und dessen Familie, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges aus Deutschland flüchten mussten. Es geht um Anpassung, Erwachsenwerden, Freundschaft und noch einiges mehr, alledings kann ich nicht genau sagen, was da passiert, denn ich habe nur noch in Erinnerung, dass die Protagonistin Französisch lernen musste (in Paris?). Ich fand es irgendwie langweilig...

Wie schaut es bei euch aus? Mit welchen Büchern habt ihr in die (weiterführende) Schulzeit gstartet, könnt ihr euch noch daran erinnern? Habt ihr diese Bücher noch?

Nächstes Mal geht es um Bestseller als Schullektüre!