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| Deutsches Cover - Band 1 |
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| Originalcover |
Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman
Originaltitel: Awaken
Autorin: Katie Kacvinsky
Genre: Jugendbuch, Dystopie, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2012 | US 2011
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
Preis: HC 15,99 EUR
Seitenanzahl: 368 Seiten
Kurzbeschreibung
USA, 2060. Die Welt ist digital geworden, kaum jemand geht mehr nach
draußen, alles wird von zu Hause aus gemacht: tanzen, Konzerte besuchen,
mit Freunden treffen, zur Schule gehen...
Auch Madeline Freeman ist eine der "Verkabelten", vor allem weil ihr
Vater zu den Erschaffern dieses Systems gehört. Doch als Maddie Justin
kennenlernt, wird ihr so schön vorgeplantes und hinter den Bildschirmen
sicheres Leben komplett auf den Kopf gestellt, denn er gehört zu den
Gegnern dieser küstlichen Welt und ist somit auch ein Feind ihres
Vaters...
Die ersten Sätze im Buch
"An meinem siebzehnten Geburtstag schenkte meine Mutter mir ein altes, in Leder gebundenes Tagebuch. Zuerst überraschten mich die leeren Seiten, als sei die Geschichte darin verloren gegangen oder habe sich davongestohlen. Mom erklärte mir, dass die Geschichte absichtlich fehlt, weil sie noch darauf wartet, geschrieben zu werden. Nur meine Mutter würde auf die Idee kommen, mir etwas aus der Vergangenheit zu schenken, um es in der Zukunft zu benutzen. Heute werden Bücher aus Papier nicht mehr hergestellt: Bäume zu fällen ist verboten. In manchen Ecken der Welt stehen noch welche, aber ich habe nie einen gesehen. Die meisten Großstädte haben sich stattdessen für Kunstpflanzen entschieden und den Leuten ist es auch lieber so."
Meine Meinung
Der Debütroman der Amerikanerin Katie Kacvinsky hat mich ziemlich
enttäuscht. Ich fand die Idee mit der immer mehr verkabelten
Gesellschaft wirklich sehr gut, wollte auch aus genau dem Grund das Buch
unbedingt lesen, weil es auch ein ziemlich aktuelles Thema ist (im
Trailer zum Buch wird auch die voranschreitende digitale Welt mit
Facebook und Co. aufgegriffen).
Allerdings ist es immer weiter in den
Hintergrund geraten, je mehr Maddie und Justin sich näher kamen, und das
finde ich schade, denn so wurde eine Menge Potential verschenkt, das
die Geschichte im Grunde hatte.
Madeline ist eine typische Protagonistin, wie man sie in Romanen für
junge Frauen findet: unbewusst hübsch, klug (mit naiven Zügen) und
rebellisch angehaucht. Mich hat es jedoch etwas sehr gestört, dass sie
sich oft wiederholt hat (von wegen ihr Leben verlaufe nur in
vorbestimmten Bahnen, das hat sie beinah in jedem Kapitel einmal
erwähnt) und ihre sich dauernd wechselnde Meinung zur Digitalisierung
der Welt (mal will sie da raus, mal will sie da bleiben, wo sie ist).
Am schlimmsten fand ich allerdings ihre Schwärmerei für Justin, den
selbslosen, von allen vergötterten, perfekten, selbsternannten Retter
der Welt. Mit seinen 20 Jahren reißt er beinah schon hochphilosophische
Themen an und natürlich gibt es einen Grund, warum Maddie und er nicht
zusammen sein dürfen (auch wenn ich den Grund ziemlich lächerlich und
absurd finde).
Außer der anstrengenden Liebesgeschichte der beiden, nervte mich der
eine oder andere Logikfehler in der Geschichte, z.B. die Sache mit dem
Sport treiben: Maddie spielt gerne Fußball, was mich allerdings
verwundert hat, ist die Tatsache, dass sie dafür sich sogar mit realen
Menschen trifft, wo doch in der Zeit alles übers Internet gemacht wird
und Maddie sich draußen und unter Menschen eher verwundbar und unsicher
fühlt.
Das Ende des Romans wirkt abrupt und überhaupt nicht wie ein
Abschluss, was auf eine kommende Fortsetzung schließen lässt. Ich
persönlich werde dann, falls ein Sequel erscheint, nicht weiterlesen,
dafür finde ich die Geschichte ein wenig zu undurchdacht und
aufgezwungen philosophisch.
Fazit: Ein Roman mit einer sehr interessanten Idee, aber viel zu viel verschenktem Potential.
Weitere Bücher der Autorin:
"Dylan und Gray"
2 von 5 Punkten