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Donnerstag, 27. Juni 2013

"Inferno" von Dan Brown

Titel: Inferno 
Originaltitel: Inferno  
Autor: Dan Brown  
Genre: Thriller  
Erscheinungsjahr: DE 2013 | US 2013  
Verlag: Lübbe  
Preis: HC 26,00 EUR  
Seitenzahl: 688 Seiten

Kurzrezension

Robert Langdon, der berühmte Professor aus Harvard, wacht in Florenz auf – und weiß nicht, wie er da hingekommen ist! Ein Mordanschlag, der ihm fast das Leben gekostet hat, führt zu einer Amnesie, die mehrere der letzten Tage aus seiner Erinnerung gelöscht hat. Doch was ist passiert, dass plötzlich alle hinter ihm her sind und ihn umbringen wollen?

Der vierte Teil der Reihe um den berühmt berüchtigten Symbologen Langdon führt ihn (wie auch schon im ersten Teil) nach Italien, dieses Mal jedoch nach Florenz, die Geburtsstadt von vielen bekannten Künstlern und Dichtern u.a. auch Dante, der die „Göttliche Komödie“ geschrieben hat.

Diese weltberühmte Dichtung ist auch der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Geschichte, in der es wie gewohnt um Leben und Tod der gesamten Menschheit geht. Doch es ist gar nicht mal diese Gefahr, die die gesamte Dramatik des Romans trägt! Es sind die Erinnerungslücken des Professors, die im Grunde die komplette Spannung halten – bruchstückhafte Anamnese (Wiedererinnern) und viele Déjà-vu-Momente verpackt in einer atemberaubenden Verfolgungsjagd, bei der man nicht mal weiß, vor wem genau man flieht. Nebenbei kriegt man ziemlich viel Hintergrundwissen zu den verschiedensten Ereignissen, Personen, Gegenständen und Gebäuden.

Wer arbeitet mit wem zusammen? Wer ist gut? Wer ist böse? Die Auflösung ist wieder mal genial Brown-typisch.

Lest es!

Reihe:
1. "Illuminati"
2. "Sakrileg"
3. "Das verlorene Symbol"
4. "Inferno"

5 von 5 Punkten

Mittwoch, 5. Juni 2013

"Die Mütter-Mafia" von Kerstin Gier

Titel: Die Mütter-Mafia
Originaltitel: Die Mütter-Mafia
Autorin: Kerstin Gier
Genre: Humor, Frauenroman
Erscheinungsjahr: DE 2005
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: TB 7,99 EUR
Seitenzahl: 320 Seiten

Kurzbeschreibung

Constanze steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch: Ein abgebrochenes Psychologie-Studium und zwei Kinder später möchte ihr Ehemann, ein angesehener Staatsanwalt, urplötzlich die Scheidung. Ohne Ausbildung, Job und somit auch eigenes Einkommen muss sie nun sehen, wie sie ihren Nachwuchs versorgen soll, zumal sich dieser zum Teil gerade in einer besonders schweren Phase des Lebens befindet: der Pubertät. Zumindest haben sie noch ein Dach über dem Kopf, auch wenn es sich um das alte Haus der verstorbenen Großmutter handelt. Wie gut, wenn man jetzt noch Freunde hat, die einem durch diese schwere Zeit mit Rat und vor allem Tat zur Seite stehen...

Die ersten Sätze im Buch

"Julius und ich fuhren erster Klasse im ICE von Hamburg nach Köln. Weil nämlich der Spartarif erster Klasse billiger war als der Normaltarif zweiter Klasse, was ich zwar nicht verstand, aber ich war noch nie gut im Rechnen gewesen. Außerdem soll man nehmen, was man kriegen kann, wie meine Mutter immer sagt. In der ersten Klasse haben die Sitze hübschere Polster, und man hat mehr Platz für die Beine. Allerdings hatten wir keine Platzreservierung, und die einzigen nebeneinander liegenden, nicht reservierten Plätze lagen mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, und statt auf den eingebauten Bildschirm in der Rückenlehne des Vordersitzes schauten wir in die Gesichter von Herrn und Frau Meyer 'met Ypsilon aus Offebach bei Frankfott, ei, der Klee is aber süß, wie alt issen der?', die ebenfalls in Hamburg eingestiegen waren und aus einem unerschöpflichen Vorrat Salamistullen verzehrten."

Meine Meinung

Kerstin Giers Schreibstil ist einfach genial, ich habe mich KÖSTLICH amüsiert! Nachdem ich schon bei "Für jede Lösung ein Problem" und der "Edelstein"-Trilogie gemerkt habe, dass die Frau einen großartigen Humor hat, bin ich nun erstrecht davon überzeugt!

Auch wenn dieser Roman keine richtige Geschichte bzw. einen roten Faden aufweist und die Handlung mehr oder weniger nur so dahinplätschert, steckt die pure Unterhaltung allein in der Erzählweise - das habe ich bisher selten in der Form erlebt.

Constanze, die Ich-Erzählerin, ist vollbeschäftigte Hausfrau und Mutter. Sie hat (mehr ausversehen) reich geheiratet und hatte es seitdem nicht mehr nötig, noch großartige Karriereplanungen zu machen. Etwas chaotisch kommt sie daher und ist sehr schlagfertig in ihrer Argumentation - nur manchmal vielleicht auch bei den falschen Personen, weswegen sie wegen ihrer so offenen Art sich nicht immer nur Freunde macht.

Ihre beiden Sprösslinge Nelly und Julius sind ein typisches Geschwisterpaar, das sich zum Zeichen des Liebhabens ab und zu auch mal zankt, wobei Nelly durch ihre pubertätsbedingten Hormonschwankungen sowieso die meiste Zeit eine richtige Zicke mimt - ohne dem Leser all zu sehr auf die Nerven zu gehen.

Grandios finde ich die Vielfältigkeit der verschiedenen Haupt- und Nebenfiguren, jede wäre wohl einer genauen Charakterisierung wert! Besonders hervorragend finde ich die Gespräche unter den einzelnen Müttern und die wirklich einmaligen Foreneinträge, die man am Anfang eines jeden Kapitels zu lesen bekommt. Diese Beiträge stammen aus der Mütter-Society der Insektensiedlung, in die Constanze mit ihren Kindern eingezogen ist, und zeigen mal unterschwellig, mal nur all zu deutlich den Konkurrenzkampf der Mütter untereinander, bei dem es darum geht, welche das am besten geförderte Kind hat. Natürlich sind die Kinder alle hochbegabt - zumindest in den Augen der überstolzen Mütter.

Ich würde jedem, der eine leichte Lektüre für Zwischendurch sucht und sich gut unterhalten lassen möchte, dieses Buch, welches der Auftakt einer ganzen Reihe ist, zu lesen! Den nächsten Teil werde ich auf jeden Fall auch bald holen!

Reihe:
1. "Die Mütter-Mafia"
2. "Die Patin"
3. "Gegensätze ziehen sich aus"
4. "Die Mütter-Mafia und Friends"

5 von 5 Punkten

Dienstag, 18. September 2012

"Für jede Lösung ein Problem" von Kerstin Gier

Titel: Für jede Lösung ein Problem
Originaltitel: Für jede Lösung ein Problem
Autorin: Kerstin Gier

Genre: Gegenwartsliteratur, Humor
Erscheinungsjahr: DE 2007
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: TB 8,99 EUR
Seitenanzahl: 304 Seiten


Kurzrezension

Die Protagonistin Gerri befindet sich an einem Punkt in ihrem Leben, bei dem ihrer Meinung nach der einzige Weg darin besteht, zu sterben. Ihre Familie und Freunde sind teilweise schuld an ihrem depressiven Zustand und deswegen überlegt sie sich eine Art kleine Rache und schreibt jedem Bekannten einen Brief, der ihre wahren Gedanken über die einzelnen Personen festhält. Doch leider klappt es mit dem Suizid doch nicht so ganz... Aber wenigsten die Briefe kommen an! Und der Ärger beginnt...

Zugegeben, das Buch behandelt ein Thema, das nicht wirklich lustig ist. Doch Kerstin Gier schafft es, alles in so eine schöne und witzige Geschichte zu verpacken, dass man weniger auf den Selbstmord aufmerksam wird als auf die paranoide, möchtegerndepressive Gerri, die wohl einfach nur nicht genug Aufmerksamkeit bekommt und deswegen zu ein paar ungewöhnlichen Mitteln greift und dadurch vielleicht ein bisschen zu viel in den Mittelpunkt ihrer Umgebung rückt...


Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Lesenswert!


4 von 5 Punkten

Freitag, 27. Juli 2012

"Die Rebellion der Maddie Freeman" von Katie Kacvinsky

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman
Originaltitel: Awaken
Autorin: Katie Kacvinsky

Genre: Jugendbuch, Dystopie, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2012 | US 2011
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
Preis: HC 15,99 EUR
Seitenanzahl: 368 Seiten


Kurzbeschreibung

USA, 2060. Die Welt ist digital geworden, kaum jemand geht mehr nach draußen, alles wird von zu Hause aus gemacht: tanzen, Konzerte besuchen, mit Freunden treffen, zur Schule gehen...
Auch Madeline Freeman ist eine der "Verkabelten", vor allem weil ihr Vater zu den Erschaffern dieses Systems gehört. Doch als Maddie Justin kennenlernt, wird ihr so schön vorgeplantes und hinter den Bildschirmen sicheres Leben komplett auf den Kopf gestellt, denn er gehört zu den Gegnern dieser küstlichen Welt und ist somit auch ein Feind ihres Vaters... 

Die ersten Sätze im Buch

"An meinem siebzehnten Geburtstag schenkte meine Mutter mir ein altes, in Leder gebundenes Tagebuch. Zuerst überraschten mich die leeren Seiten, als sei die Geschichte darin verloren gegangen oder habe sich davongestohlen. Mom erklärte mir, dass die Geschichte absichtlich fehlt, weil sie noch darauf wartet, geschrieben zu werden. Nur meine Mutter würde auf die Idee kommen, mir etwas aus der Vergangenheit zu schenken, um es in der Zukunft zu benutzen. Heute werden Bücher aus Papier nicht mehr hergestellt: Bäume zu fällen ist verboten. In manchen Ecken der Welt stehen noch welche, aber ich habe nie einen gesehen. Die meisten Großstädte haben sich stattdessen für Kunstpflanzen entschieden und den Leuten ist es auch lieber so."

Meine Meinung

Der Debütroman der Amerikanerin Katie Kacvinsky hat mich ziemlich enttäuscht. Ich fand die Idee mit der immer mehr verkabelten Gesellschaft wirklich sehr gut, wollte auch aus genau dem Grund das Buch unbedingt lesen, weil es auch ein ziemlich aktuelles Thema ist (im Trailer zum Buch wird auch die voranschreitende digitale Welt mit Facebook und Co. aufgegriffen).

Allerdings ist es immer weiter in den Hintergrund geraten, je mehr Maddie und Justin sich näher kamen, und das finde ich schade, denn so wurde eine Menge Potential verschenkt, das die Geschichte im Grunde hatte.

Madeline ist eine typische Protagonistin, wie man sie in Romanen für junge Frauen findet: unbewusst hübsch, klug (mit naiven Zügen) und rebellisch angehaucht. Mich hat es jedoch etwas sehr gestört, dass sie sich oft wiederholt hat (von wegen ihr Leben verlaufe nur in vorbestimmten Bahnen, das hat sie beinah in jedem Kapitel einmal erwähnt) und ihre sich dauernd wechselnde Meinung zur Digitalisierung der Welt (mal will sie da raus, mal will sie da bleiben, wo sie ist).

Am schlimmsten fand ich allerdings ihre Schwärmerei für Justin, den selbslosen, von allen vergötterten, perfekten, selbsternannten Retter der Welt. Mit seinen 20 Jahren reißt er beinah schon hochphilosophische Themen an und natürlich gibt es einen Grund, warum Maddie und er nicht zusammen sein dürfen (auch wenn ich den Grund ziemlich lächerlich und absurd finde).

Außer der anstrengenden Liebesgeschichte der beiden, nervte mich der eine oder andere Logikfehler in der Geschichte, z.B. die Sache mit dem Sport treiben: Maddie spielt gerne Fußball, was mich allerdings verwundert hat, ist die Tatsache, dass sie dafür sich sogar mit realen Menschen trifft, wo doch in der Zeit alles übers Internet gemacht wird und Maddie sich draußen und unter Menschen eher verwundbar und unsicher fühlt.

Das Ende des Romans wirkt abrupt und überhaupt nicht wie ein Abschluss, was auf eine kommende Fortsetzung schließen lässt. Ich persönlich werde dann, falls ein Sequel erscheint, nicht weiterlesen, dafür finde ich die Geschichte ein wenig zu undurchdacht und aufgezwungen philosophisch.

Fazit: Ein Roman mit einer sehr interessanten Idee, aber viel zu viel verschenktem Potential.
Weitere Bücher der Autorin:
"Dylan und Gray"
2 von 5 Punkten