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Dienstag, 25. Juni 2013

"Freak City" von Kathrin Schrocke

Titel: Freak City
Originaltitel: Freak City
Autorin: Kathrin Schrocke
Genre: Jugendbuch, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2010
Verlag: Carlsen
Preis: TB 6,99 EUR | HC 13,90 EUR
Seitenzahl: 203 Seiten

Kurzbeschreibung

Mikas Leben hätte so schön sein können, hätte Sandra nicht urplötzlich Schluss gemacht und ihn als langweilig abgestempelt. Doch er gibt die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft nicht auf und landet mehr schlecht als recht geplant in einem Kurs für Gebärdensprache - das alles natürlich nur um seine Ex zu beeindrucken! Oder liegt es doch an Lea, die er kürzlich kennengelernt hat und die ihn so fasziniert? Denn Lea ist gehörlos.

Die ersten Sätze im Buch

"EINS
Irgendein kluger Mann hat einmal behauptet, dass man auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen kann.
Das stimmt. Lasst euch das von einem 16-jährigen Typen mit Bausparvertrag sagen.
Trotzdem war mir nicht im Geringsten bewusst, auf was ich da zusteuerte, als ich mit meinen zwei besten Kumpels durch die Stadt stolperte, dem Mädchen hinterher."

Meine Meinung

Ein Jugendbuch, das das Thema Gehörlosigkeit verarbeitet – so etwas lese ich zum ersten Mal. Ich finde es faszinierend, wie die Autorin es geschafft hat, eine rein visuelle Sprache wie die Gebärdensprache so geschickt in einer schriftlichen Form zu verpacken, dass man das Gefühl hat, die Bilder direkt vor dem Auge zu haben. Und nebenbei lernt man sogar die eine oder andere Gebärde.

Im Grunde bietet diese Geschichte einen kleinen Einblick in die Welt einer gehörlosen Person und vor allem den kleinen und großen alltäglichen Hindernissen, die die Kommunikation mit hörenden Menschen bringt. Allein schon das Einkaufen beim Bäcker kann zu einem Spießrutenlauf werden, weil man schlichtweg missverstanden wird und als „betrunken“ oder „geistig behindert“ abgestempelt ist. Lea tat mir furchtbar Leid, von solch dummen und vorurteilenden Menschen umgeben sein zu müssen.

Auch Mika, der Protagonist und Ich-Erzähler, tut sich anfangs sehr schwer, Lea kennenzulernen. Fehlende Erfahrung ist ein großes Hindernis für ihn, so braucht er Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Ist sein Interesse an Lea zuerst aus einem recht egoistischen Grund, entwickelt er eine starke Sympathie für seine neue Freundin.

Lea ist kein gewöhnliches Mädchen, schon allein wenn man den Fakt weglässt, dass sie gehörlos ist. Sie ist eine starke und unabhängige Persönlichkeit, die sich nicht unterkriegen lässt. Außerdem ist sie sehr klug und recht leicht zu reizen – Mitleid möchte sie keinen haben. Ich finde es bewundernswert, wie sie ihr Leben meistert, obwohl ihr die meisten Menschen wirklich ziemlich blöd kommen – ich denke, ich könnte das nicht so einfach wegstecken.

Die Geschichte von Mika und Lea ist recht kurz gehalten und ich hatte teilweise das Gefühl, die Protagonisten wären deutlich älter als nur 15 Jahre, sie haben sich teilweise nicht alterstypisch verhalten meiner Meinung nach.

Einige Figuren wie z. B. Mikas Ex-Freundin Sandra, sein bester Freund Calimero und die Lehrerin Biene treten recht häufig auf, doch ich wünschte mir mehr Entwicklung auch bei denen, viele Probleme und Fragen scheinen mir irgendwie unter den Tisch gekehrt zu werden.

Trotzdem und allein schon aufgrund der genialen Umsetzung des Themas finde ich dieses Buch sehr gut und würde es jederzeit weiterempfehlen!

5 von 5 Punkten

Vielen Dank an Buchbotschafter und den Carlsen Verlag für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares!

Freitag, 3. Mai 2013

"Arkadien erwacht" von Kai Meyer

Titel: Arkadien erwacht
Originaltitel: Arkadien erwacht
Autor: Kai Meyer
Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: DE 2009
Verlag: Carlsen
Preis: HC 19,90 EUR | TB 8,99 EUR
Seitenzahl: 416 Seiten

Kurzbeschreibung

Nach einigen sehr schwierigen Monaten, die Rosas Leben komplett verändert haben, entschließt sie sich, zu ihrer Tante und Schwester nach Sizilien zu fliegen. Doch kaum ist sie dort angekommen, geschehen eigenartige Dinge und auch Alessandro, das angehende Oberhaupt eines der verfeindeten Mafia-Clans, geht Rosa nicht mehr aus dem Kopf...

Die ersten Sätze im Buch

"Das letzte Kapitel

'Eines Tages', sagte sie, 'fange ich Träume ein wie Schmetterlinge.'
'Und dann?', fragte er.
'Lege ich sie zwischen die Seiten dicker Bücher und presse sie zu Worten.'
'Was, wenn jemand immer nur von dir träumt?'
'Dann sind wie beide vielleicht schon Worte in einem Buch. Zwei Namen zwischen all den anderen.'"

Meine Meinung

Der Klappentext sagt, es wäre eine Mischung aus "Bis(s)", "Der Pate" und "Romeo und Julia" - so ganz gelogen ist das ja nicht, glücklicherweise ist mit "Bis(s)" jedoch nur das Genre zu vergleichen. Trotzdem war es diese Aussage, die mich eher beunruhigte und der Grund dafür, dass ich das Buch erst jetzt in die Hand genommen habe. Denn eigentlich ist es doch ziemlich gut!

Sizilien ist für mich buchtechnisch gesehen Neuland, doch konnte ich es mir durch die schönen Beschreibungen des Autors recht gut vorstellen, auch wenn die vermeintliche Weite der Insel für mich irgendwie sehr klein klangt... Paradox.

Rosa Alcantara ist eine ungewöhnliche Protagonistin, teilweise sehr pessimistisch und definitiv nicht auf den Mund gefallen, was mir sehr gut gefallen hat! Leider hat sie aber auch so eine blöde Angewohnheit, gelegentlich das Falsche zum falschen Zeitpunkt zu sagen, was vor allem wenn es um Alessandro geht, mich zum Kopfschütteln animiert hat.

Alessandro Carnevare ist der Sohn eines kürzlich verstorbenen Clan-Führers und wird in einigen Wochen mit Erreichen der Volljährigkeit dessen Erbe antreten. Doch einige seiner engsten Verwandten wollen dies verhindern bzw. selbst dieses Status erlangen und somit ist Alessandro bis zum Zeitpunkt seiner Ernennung zum Clan-Oberhaupt in ständiger Gefahr vor ("indirektem"!) Verrat aus der eigenen Familie.

Rosa und Alessandro verbindet dem ersten Anschein nach nichts, doch gewisse Umstände bringen die beiden immer wieder zusammen. Während Alessandro offen sein Interesse an Rosa bekundet, ist sie eher sehr Scheu in dieser Sache, mag es auch an ihrer jüngsten Vergangenheit liegen, mal ganz davon abgesehen, dass eine Beziehung zwischen den beiden in keiner der Mafia-Familien gerne gesehen wird ("Romeo und Julia"-Andeutung).

Bis auf die beiden Protagonisten konnte ich leider keine allzu tiefe Sympathie bzw. Antipathie für die anderen Figuren empfinden, denn leider gehen sie alle genauso schnell, wie sie kommen. Gerne hätte ich mehr über Rosas Tante erfahren, die wirklich nur schemenhaft charakterisiert wird. Oder auch Rosas Schwester, die zwar öfter mal vorkommt, aber trotzdem irgendwie oberflächlich bleibt, obwohl sie eine durchaus interessante Figur abgibt, vor allem nachdem ihr Geheimnis ans Tageslicht kommt. Solches Potential wünsche ich mir für die weiteren Bände dieser Reihe erfüllt zu sehen.

Sehr überraschende Wendungen und viele spannende Kampf-, Flucht- und Verfolgungszenen neben einer netten "Mehr oder weniger"-Liebesgeschichte und angemessenen Portionen Humor und Kritik haben mir beim Leben sehr viel Spaß gemacht, sodass ich mich bereits auf den Rest der Trilogie freue.

Lesenswert!

Reihe:
1. "Arkadien erwacht"
2. "Arkadien brennt"
3. "Arkadien fällt"

4 von 5 Punkten

Dienstag, 16. April 2013

"City of Glass" von Cassandra Clare

Titel: City of Glass (Chroniken der Unterwelt)
Originaltitel: City of Glass (The Mortal Instruments)
Autorin: Cassandra Clare
Genre: Urban Fantasy, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: DE 2009 | USA 2009
Verlag: Carlsen
Preis: HC 19,95 EUR | Broschiert 14,99 EUR
Seitenzahl: 728 Seiten

- Achtung - SPOILER - 
Da es eine Fortsetzung ist, enthält meine Rezension Informationen zum ersten/zweiten Teil!!!

Kurzbeschreibung

Es ist soweit, die Schlacht rückt immer näher. Nachdem Valentin zwei der Engelsinsignien in seine Gewalt bringen konnte, fehlt ihm nur noch der Spiegel, um seine Macht endgültig zu festigen. Jace macht sich mit den anderen Schattenjägern auf nach Idris, um den Rat zu warnen und über das weitere Vorgehen zu beraten. Auch Clary landet, wenn auch über einen Umweg, in Idris und geht selbstständig auf die Suche nach Ragnor Fell, dem einzigen Hexenmeister, der ihre Mutter retten kann...

Die ersten Sätze im Buch

"Das Portal

Der Kälteeinbruch der vorangegangenen Woche war vorüber und die Sonne schien strahlend vom Himmel, als Clary die staubige Auffahrt vor Lukes Haus überquerte. Sie hatte die Kapuze ihrer Jacke übergezogen, damit ihr die Haare nicht ins Gesicht flogen. Die Temperaturen mochten zwar etwas gestiegen sein, aber der Wind, der vom East River heraufwehte, war immer noch eisig. Er trug einen schwachen, leicht chemischen Geruch mit sich, kombiniert mit der für Brooklyn typischen Mischung aus Asphalt, Benzin und gebranntem Zucker von der abbruchreifen Zuckerfabrik am Ende der Straße."

Meine Meinung

Ich habe gehofft und gebangt, dass dieser Teil der "Chroniken der Unterwelt" mit nicht die gleichen Bauchschmerzen bereiten möge,wie die "City of Ashes" - und bin heilfroh, dass dem tatsächlich nicht so ist.

Clary hat seit dem ersten Band dieser Serie eine starke Entwicklung duchgemacht. Sie ist deutlich mutiger und leider auch risikobereiter geworden. So handelt sie teilweise sehr spontan und unüberlegt, was sie und ihre Nächsten nicht selten in ernsthafte Gefahr bringt. Diese Eigenschaft an ihr ließ mich gelegentlich entnervt aufstöhnen, doch werden diese Momente durch Clarys positiven Seiten wieder ausgeglichen.

Jace allerdings hätte ich in der ersten Hälfte des Buches erschlagen können mit einem arrogant-depressiven Stimmungskarussell und seinen Kamikazeattacken. Einen kleinen Lichtblick gibt es in der zweiten hälfte der Geschichte, aber leider hat diese Figur einiges an Sympathie für mich verloren...

Sehr lobenswert finde ich die Darstellung des Bösewichts in Form von Valentin. Bisher habe ich nur selten in Jugendbüchern einen so menschlich wirkenden Gegenspieler erlebt: liebender Ehemann, sich sorgender Vater... Valentin ist nicht durch und durch böse. Er tut mir Leid, wegen dem was im Allgemeinen mit ihm passiert ist.

Überraschende Wendungen, witzige Dialoge und sehr viel Action bleiben selbstverständlich nicht aus. Manchmal können auch Engel sehr witzig sein!

Bin gespannt auf dem vierten Teil der "Chroniken der Unterwelt"!

Reihe: 
1. "City of Bones" 
2. "City of Ashes"
3. "City of Glass"
4. "City of Fallen Angels"
5. "City of Lost Souls"
6. "City of Heavenly Fire" (noch nicht erschienen)

4,5 von 5 Punkten

Mittwoch, 20. Februar 2013

"Numbers - Den Tod im Blick" von Rachel Ward

Titel: Numbers - Den Tod im Blick
Originaltitel: Numbers
Autorin: Rachel Ward
Genre: Jugendbuch, Abenteuer
Erscheinungsjahr: DE 2010 | GB 2009
Verlag: Carlsen
Preis: TB 8,95 EUR
Seitenzahl: 368 Seiten

Kurzbeschreibung

Die Augen sind die Fenster zur Seele eines Menschen so sagt man. Jem kann den Todeszeitpunkt eines jeden Menschen an ihren Augen ablesen, das ist auch der Grund, warum sie sich von Menschen eher fern hält. Bis sie Spinne kennenlernt, einen aufgedrehten Typen, der sich hartnäckig einen Platz an ihrer Seite erkämpft. Doch auch sein vorbestimmtes Datum rückt immer näher. Kann Jem mit ihrer Fähigkeit Spinnes Schicksal abwenden? Oder ist die vermeintliche Gabe doch mehr ein Fluch...?

Die ersten Sätze im Buch

"Kapitel 01

Es gibt bestimmte Orte, wo wir uns rumtreiben. Traurige Jugendliche, schäbige Jugendliche, gelangweilte Jugendliche, einsame Jugendliche; Jugendliche, die anders sind. Wenn du weißt, wo du suchen musst, kannst du uns dort an jedem Tag der Woche finden: auf der Rückseite von Geschäften, in Flussen, in der Nähe von Tankstellen, in Bretterschuppen und Schrebergärten. Es gibt Tausende von uns. Das heißt, wenn du uns finden willst - die meisten Menschen wollen das ja gar nicht. Wenn die uns sehen, schauen sie weg, tun so, als ob wir nicht da wären. Das ist leichter."

Meine Meinung

Als ich mit der Lektüre des Buches begonnen habe, suchten mich vor allem gemischte Gefühle heim. Die Meinungen von anderen Lesern zu diesem Buch bzw. der Reihe sind extrem gespalten - die einen finden es genial, die anderen schrecklich. Welcher Gruppe würde ich angehören? Ich WOLLTE das Buch mögen, die Idee finde ich nämlich super interessant und ich bin der festen Überzeugung, dass man damit so einiges machen kann. Aber Fehlanzeige...

Ich muss leider sagen, dass mir dieses Buch eine kleine Leseflaute verpasst hat, denn wenn ich mich zum Lesen hingesetzt habe, dann hatte ich mehr das Gefühl, ich würde mich dazu zwingen. Die Geschichte hat mich einfach nicht mitreißen können. Schade.

Jem, die Ich-Erzählerin, ist - wie soll man das sagen? - anders. Anders ist ja nicht schlecht, Protagonisten, die nicht nach dem Schema F gebaut worden sind, haben teilweise echten Raritätenstatus im Jugendbuchgenre. Jem ist eigensinnig und eine Einzelgängerin, was sie vor allem dem frühen Verlust der Mutter und ihrer Gabe, den Tod vorauszusehen, zu verdanken hat. Doch das war's auch schon mit den Charakterzügen, die mir positiv aufgefallen sind.

Zu ihrer Eigensinnigkeit kommt nämlich noch, dass sie extrem unsympathisch ist, weil sie einfach total naiv und - entschuldig den Ausdruck - dumm ist. Ich konnte mich mit dieser Figur einfach nicht anfreunden, genauso wenig wie mit Spinne. Er ist hyperaktiv und genauso naiv wie Jem, denn seine gesamte Zukunft steller sich utopisch vor (die einen nennen es Optimismus, ich nenne es Rosarot-Denken). Er denkt nicht nach, bevor er handelt, und das stört mich schlicht und ergreifend. Mit solchen Jugendlichen komme ich auch im realen Leben nicht klar.

Die restlichen Figuren sind mehr oder weniger oberflächlich abgearbeitet worden, an einigen Stellen konnte ich die gar nicht auseinanderhalte, weil sie erst zehn Seiten nach ihrem ersten Auftritt vorgestellt wurden.

Was mich wirklich enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass sich Jem viel zu wenig mit ihrer Gabe auseinandersetzt, denn sie sieht allein die negativen Seiten davon und ich bin mir sicher, man hätte damit viel mehr machen können, was viel spannender gewesen wäre, als so eine olle Flucht von zwei Teenagern durch ein kleines Stückchen England...

Insgesamt erscheint mir die Geschichte so, als wäre die Handlung zu einfach, als wäre alles zu glatt gelaufen - mal ganz von den Schicksalsschlägen abgesehen. Die Spannung ist zwar da, aber irgendwie doch nicht mitreißend genug. Genau wie das Ende: im ersten Moment überraschend, dann aber völlig vorhersehbar und unbefriedigend.

Weiterempfehlen würde ich das Buch nicht und auf die restlichen Bände habe ich keine Lust mehr.

Weitere Werke der Autorin
"Numbers - Den Tod vor Augen" (Band 2)
"Numbers - Den Tod im Griff" (Band 3)

2 von 5 Punkten

Donnerstag, 24. Januar 2013

"Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick" von Jennifer E. Smith

Titel: Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick
Originaltitel: The Statistical Probability of Love at First Sight
Autorin: Jennifer E. Smith
Genre: Jugendbuch, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2012 | US 2012
Verlag: Carlsen
Preis: HC 16,90 EUR
Seitenzahl: 224 Seiten

Kurzbeschreibung

Hedley wäre jetzt überall lieber nur nicht in diesem blöden Flugzeug nach London. Sie ist auf dem Weg zu der Hochzeit ihres Vaters. Und wäre diese Tatsache allein nicht schon schlimm genug, so geht an dem Tag auch noch so einiges schief und Hedley kann sich nur mit dem Gedanken vertrösten, dass zumindest ihr Sitznachbar für die nächsten paar Stunden ein ziemlich süßer Junge ist...

Die ersten Sätze im Buch

„Prolog

Es hätte auch alles ganz anders kommen können.
Stell dir vor, du hättest das Buch nicht vergessen. Dann hättest du nicht ins Haus zurücklaufen müssen, während Mom draußen mit laufendem Motor wartete und der Auspuff eine Abgaswolke in die bläuliche Dämmerung blies.
Oder noch früher: Stell dir vor, du hättest nicht so lange damit gewartet, das Kleid anzuprobieren, dann hättest du vielleicht eher bemerkt, dass die Träger zu lang waren, und Mom hätte nicht ihr altes Nähkästchen hervorkramen und die Küchentheke in einen OP-Tisch verwandeln müssen, um das arme, leblose, violette Seidenfähnchen in letzter Minute zu retten.“

Meine Meinung

Was für eine ultrasüße Geschichte! Ich liebe sie.

Hedley Sullivan, die Protagonistin, ist 17 Jahre alt und hat einiges an Ängsten vorzuweisen, u.a. Klaustrophobie. Zwar kommt sie normalerweise damit ganz gut klar, doch wenn der Stress sie erdrückt, weil sie z.B. ihren Flug verpasst, sich mit ihrer Mutter streitet, ihr Vater eine Fremde heiratet, dann ist es einfach zu viel. Doch zum Glück trifft Hedley Oliver im Flughafen, der – wie es der Zufall so will – auch auf dem Weg nach London ist und sie durch lustige Gespräche von ihren Sorgen ablenkt.

Hedley als Hauptperson hat mir sehr gut gefallen, ich konnte alle ihre Sorgen und Gedanken nachvollziehen und auch verstehen. Sie kommt nicht mit der Tatsache klar, dass sich ihre Eltern geschieden haben und ihr Vater nun quasi am anderen Ende der Welt wohnt. Sie fühlt sich von ihm schlicht in Stich gelassen, doch im Laufe der Geschichte ändert sich ihre Sicht darauf.

Oliver ist gebürtiger Brite, der zum Studieren in die USA gegangen ist. Er will Hedley nicht so recht verraten, was er tatsächlich studiert, doch seine Antworten werden zu einem kleinen Running Gag in der Geschichte, was teilweise wirklich sehr witzig ist. Oliver an sich ist total sympathisch, man muss ihn einfach gern haben!

Man merkt schon nach kurzer Zeit, dass Oliver etwas verheimlicht, und man versteht im Nachhinein auch, warum er das tut. Ich hätte sehr wahrscheinlich nicht anders reagiert an seiner Stelle.

Leider war das Buch wirklich kurz, ich hätte noch gerne mehr über Hedley und Oliver gelesen, die sich sehr gut gegenseitig ergänzt haben. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die beiden einen Tag lang zu begleiten, ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Lest es, es ist wunderbar! :)
5 von 5 Punkten

Dienstag, 8. Januar 2013

"Cherry Juice" von Haruka Fukushima

Titel: Cherry Juice
Originaltitel: チェリージュース Cherī Jūsu (Kirschsaft)
Mangaka (Zeichnerin): Haruka Fukushima
Genre: Manga, Romantik, Humor
Erschienen: 2004-2006
Verlag: Carlsen Manga

Preis: je 9,95 EUR
Bände: 2 Sammelbände (je zwei Einzelbände), vollständig erschienen


Kurzbeschreibung
 
Minami ist der beliebteste Junge der Schule und ausgerechnet Otomes um drei Tage jüngerer Stiefbruder. Während er mit den verschiedensten Mädchen flirtet, schwärmt Otome nur für Minamis besten Freund Amane, mit dem sie dann auch noch zusammenkommt! Doch irgendwie scheint diese Beziehung ihrem kleinen Bruder gegen den Strich zu gehen...


Meine Meinung

Bereits vor einigen Jahren habe ich den ersten Band dieser super süßen Reihe um das Geschwisterpaar wider willen gelesen und war begeistert. Nun bin ich durch Zufall auf die Sammelbände gestoßen und habe sie spontan auch mitgenommen.

Besonders angetan hat es mir der niedliche, total shojotypische Zeichenstil von Haruka Fukushima. Ich bin ganz hin und weg davon!

Otome und Minami sind zwei tolle Figuren, mit denen man leicht lachen, weinen und mitfiebern kann. Sie sind sympathisch, ihre Handlungen sind verständlich und sie ergänzen sich wunderbar.

Auch die Nebenfiguren werden nicht vernachlässigt, so ist mir besonders Naru ans Herz gewachsen, die eine leicht zynische und direkte Art hat, Dinge an- und auszusprechen. 

Leicht gestört haben mich die meiner Meinung nach viel zu häufigen Kommentarboxen der Zeichnerin, die immer einen kleinen Teil aus dem Leben von Haruka Fukushima darstellten und (wie in den meisten Fällen) Platz für ihren Faible für Schuluniformen boten. 

Ich hatte deswegen teilweise das Gefühl, ich würde zwei Geschichten parallel lesen: die Hauptstory UND die kleine Story um die Mangaka und ihre Hobbys. Das war etwas nervig und hat den Lesefluss leider immer mal wieder unterbrochen.

Manchmal bin ich auch mit der Geschichte bzw. dem Beziehungsdurcheinander nicht ganz mitbekommen, kann aber nicht genau sagen, woran das gelegen haben kann.

Auf jeden Fall hat mir der Manga sehr gut gefallen und mich gut unterhalten und ich würde es jedem/r empfehlen, der/die auf romantische Geschichten mit süßen Figuren steht!  

Weitere Werke von Ema Toyama (Auswahl)
"Zaubernüsse für Natsumi"
"Orange Planet"
"AAA" 

4 von 5 Punkten

Sonntag, 6. Januar 2013

"Rosa Wolken" von Sabine Both

Titel: Rosa Wolken
Originaltitel: Rosa Wolken
Autorin: Sabine Both
Genre: Jugendbuch, Humor, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2006
Verlag: Carlsen
Preis: TB 6,95 EUR
Seitenanzahl: 208 Seiten


Kurzbeschreibung

Rosas Leben steht Kopf: Erst kriegt sie einen Brief von ihrem Vater - nach 16 Jahren ohne Kontakt - und dann verliebt sie sich plötzlich Hals über Kopf in ihren besten Freund Karl, den sie schon seit dem Kindergarten kennt! Auf einer Kanutour kommen sie sich tatsächlich näher, doch irgendwie scheint da was nicht zu funktionieren. Woran das nur liegen mag...?

Die ersten Sätze im Buch

"12. Juni
Mein sechzehnter Geburtstag und obendrein der erste Ferientag

Wie fängt man so ein Tagebuch bloß an?
Hallo erst mal. Nein, das ist komisch. Und zum Warmreden übers Wetter plaudern, ist noch komischer. Überhaupt merkwürdig, mit jemandem zu kommunizieren, der nicht antwortet. Aber Karl sagt, ein Tagebuch antwortet sehr wohl. Er nennt das die innere Stimme!"

Meine Meinung

Zu ihrem 16. Geburtstag bekommt Rosa von ihrem besten Freund Karl ein Tagebuch geschenkt, das sie dann anfängt zu füllen. Erst zögerlich und skeptisch, später wird das kleine Büchlein für sie zu einem wichtigen "Kontakt", dem sie sich ganz und gar anvertrauen kann.

Der Schreibstil in Tagebuchform ist sehr locker und man hat wirklich das Gefühl, ein Teenager würde das ganze erzählen (so wie es natürlich auch sein soll).

Rosa ist eine interessant Person mit einigen Ecken und Kanten, die sie recht sympathisch wirken lassen. Sie ist sehr direkt und lässt sich nicht unterkriegen, was teilweise sehr frech rüberkommt. Manche ihrer Reaktionen allerdings kamen mir irgendwie ein bisschen unnatürlich und überzogen vor, teilweise auch hysterisch. Das hat gestört.

Karl wird als "zweite Hauptperson" meiner Meinung nach irgendwie ein bisschen vernachlässigt. Rosa erzählt zwar andauernd von ihm, aber irgendwie bekommt man doch nicht viel mit. Und auch das eigentliche "Problem" wird schnell abgetan.

Genau so schnell wird auch die Geschichte mit dem Brief von Rosas Vater, den sie liebevoll "Erzeuger" nennt, abgehandelt. Zuerst verfolgt sie der Brief in Form von blökenden Schafen (natürlich nur in ihrer Fanatsie, was ich trotzdem irgendwie merkwürdig und gleichzeitig auch interessant finde), dann geht's plötzlich Schlag auf Schlag und alles ist durch.

Es gibt einige recht überraschende Wendungen, eine ganz nette Liebesgeschichte, doch leider wird irgendwie zu schnell erzählt, sodass ich zum Ende hin das Gefühl hatte, es ist viel und gleichzeitig auch nichts passiert.

Außerdem hat es mich sehr gestört, dass all Rosas Probleme, die sie zum Ende der Geschichte hat, auf einmal total leicht zu lösen sind. Schwupps, alles ist super, alles passt, alles klappt. Das lief zu glatt, vor allem im Angetracht der stattfindenden Ereignisse.

Im Großen und Ganzen kann ich also sagen, dass mich die Lektüre zwar unterhalten hat, aber begeistern konnte sie mich leider nicht. Nicht mal der witzige Erzählstil hat die Geschichte rumreißen können. Schade.


Weitere Werke der Autorin (Auswahl)
"Umzug nach Wolke 7"
"Die Liebe, Herr Otto und ich"
"Klappe, Kuss, die zweite"  

3 von 5 Punkten 

Vielen Dank an Buchbotschafter und den Carlsen Verlag für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares!

Donnerstag, 15. November 2012

"Die Märchen von Beedle dem Barden" von J. K. Rowling

Titel: Die Märchen von Beedle dem Barden
Originaltitel: The Tales of Beedle the Bard
Autorin: Joanne K. Rowling
Genre: Märchen, Urban Fantasy
Erscheinungsjahr: DE 2008 | GB 2008
Verlag: Carlsen
Preis: HC 12,90 EUR | TB 6,95 EUR
Seitenanzahl: 128 Seiten   

 
Kurzrezension

„Die Märchen von Beedle dem Barden“ sind eine Ansammlung von – wie der Name bereits sagt – Märchen von dem alten Zauberer Beedle, der sie vor über 600 Jahren niedergeschrieben hat und die bis heute (wie die Märchen der Muggel) überdauert haben und in keiner Zaubererfamilie fehlen dürfen.

Es ist ein sehr schön ausgearbeitetes Büchlein mit vielen Zeichnungen und ergänzenden Fußnoten für etwaige Erklärungen seitens der Autorin.

Im Anschluss eines jeden Märchens gibt es ein persönliches Statement von keinem geringeren als Albus Dumbledore, dessen Aufzeichnungen zu diesen Geschichten erst nach seinem Tod entdeckt wurden.

Natürlich beinhaltet dieses Buch auch das bereits aus dem siebten Band der „Harry Potter“-Reihe bekannte Märchen um die drei Brüder, die dem Tod begegnet sind.

Ein Lesegenuss für Zwischendurch, eine wunderbare Ergänzung zum „Harry Potter“-Universum und ein Muss für jeden Fan!

5 von 5 Punkten

Dienstag, 6. November 2012

"Pandemonium" von Lauren Oliver

Titel: Pandemonium
Originaltitel: Pandemonium
Autorin: Lauren Oliver
Genre: Jugendbuch, Science-Fiction, Dystopie
Erscheinungsjahr: DE 2012 | US 2012
Verlag: Carlsen

Preis: HC 17,90 EUR
Seitenanzahl: 400 Seiten   


- Achtung - SPOILER -
Da es eine Fortsetzung ist, enthält meine Rezension Informationen zum ersten Teil!!!



Kurzbeschreibung

Lena ist nicht mehr die selbe. Die schwache, unerfahrene, naive kleine Lena von damals gibt es nicht mehr. Denn die Wildnis verändert einen. Nachdem sich Alex für sie geopfert hat, ist sie komplett auf sich alleine gestellt und nach einiger Zeit ist sie dem Hungertod sehr nahe. Doch eine Gruppe Invaliden rettet und nimmt sie in die Gemeinschaft auf. Lena wird zu einem ungeahnt gefährlichen Instrument im Kampf gegen die Regierung...

Die erste Sätze im Buch

“jetzt

Alex und ich liegen nebeneinander auf einer Decke im Garten der Brooks Street 37. Die Bäume wirken höher und dunkler als sonst. Die Blätter sind beinahe schwarz und so eng miteinander verwoben, dass sie den Himmel verdecken.
'Das ist heute wahrscheinlich nicht gerade der beste Tag für ein Picknick', sagt Alex und in diesem Augenblick fällt mir auf, dass wir tatsächlich noch gar nichts von unserem mitgebrachten Proviant gegessen haben. Am Ende der Decke steht ein Korb voll mit halb verfaultem Obst, auf dem es von winzigen schwarzen Ameisen nur so wimmelt.”

Meine Meinung

Mein erster Eindruck nach dem ersten 50 Seiten: Mannomann, Lena ist echt tough geworden. Hätte ich sie im ersten Buch noch als ängstlich und zögernd beschrieben, so hat sie nun eine heftige Wandlung durchlebt.

Halb verhungert bricht sie im Wald zusammen und nur ein Wunder – eine kleine Gruppe von Invaliden – rettet sie. Recht schnell wird Lena Teil dieser recht ungewöhnlichen Gemeinschaft, doch auch diesen Platz muss sie sich schwer erkämpfen. Sie lernt, in den schlimmsten Situationen zu überleben – d.h. auch zu töten.

Das harte, monatelange Leben in der Wildnis prägen Lena und ihren Charakter stark. Sie versucht immer wieder, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, was sie schließlich immer wieder dazu treibt, daran zu denken, an ihr Leben in Portland, an ihre beste Freundin Hana und vor allem an Alex.

Lena weiß, dass Alex tot ist, doch ein kleines Flämmchen Hoffnung erlischt nie in ihr und allein deswegen strebt sie vorwärts. Und ihr Weg führt sie zu einer Mission, die die Widerstandsbewegung gegen den Staat und ihre Unterdrückung zum Erfolg führen soll.

Die VDFA (Vereinigung für ein deliriafreies Amerika) stößt mit ihren Plänen und Kundgebungen auf Begeisterung in der Bevölkerung. Ihre Vorgangsweisen sind grausam und brutal, sie wollen alles vernichten, was auch nur einen kleinen Bezug zur Deliria hat. Dafür würde der Gründer Fineman selbst seinen einzigen Sohn opfern, für den die Operation aus gesundheitlichen Gründen höchstwahrscheinlich tödlich ist.

Kapitelweise abwechselnd erzählt Lena von ihrem Leben “jetzt”, wo es hauptsächlich um ihre Mission geht, und “damals”, wo man erfährt, was passiert ist, nachdem sie Alex zurücklassen musste und geflohen ist. Es ist genial aufgebaut, denn so bleibt die Spannung durchgehend erhalten, weil man bei beiden Handlungssträngen wissen möchte, wie es weitergeht (vor allem weil es meistens fiese Cliffhanger sind) und deswegen das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Einige Nebenfiguren sind mir sogar ein bisschen ans Herz gewachsen und haben mich fast zum Weinen gebracht z.B. die kleine Blue. Ihre und die Geschichte von Raven fand ich am schlimmsten, am traurigsten.

Alex und seine blöde Lyrik haben mir ehrlich gesagt so gar nicht gefehlt.

Man erfährt noch etwas mehr über die Regierung und die Lebenssituationen in Amerika der Zukunft. Allerdings hat mich die ständige Andeutung auf das Christentum etwas gestört. Habe ich einfach überlesen, weil ich das als unnötig empfand.

Auch dieser Teil endet mit einem RICHTIG fiesen Cliffhanger, darauf war ich so gar nicht vorbereitet. Und jetzt will ich erstrecht wissen, wie es weitergeht – es sind noch verdammt viele wichtige Fragen offen und müssen ganz dringend geklärt werden!

Ich will jetzt das dritte Buch lesen. Sofort.

Weitere Werke der Autorin
"Delirium" (Band 1)
"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an die vorbei, sagen sie"  

5 von 5 Punkten
Hype des Monats - Fazit

"Pandemonium" hat auf jeden Fall den Hype verdient, da es (meinen!) Erwartungen gerecht wurde und ich jetzt schon sehnsüchtig auf das nächste Band warte...!

Donnerstag, 23. August 2012

"Das Schwert in der Stille" von Lian Hearn

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Der Clan der Otori - Das Schwert in der Stille
Originaltitel: Across the Nightingale Floor
Autorin: Lian Hearn
Genre: High Fantasy, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: DE 2002 | GB 2002
Verlag: Carlsen
Preis: TB 8,95 EUR
Seitenanzahl: 384 Seiten

Kurzbeschreibung

Tomasu lebt 15 Jahre lang in dem Glauben, er wäre einer der Verborgenen. Als eines Tages sein Dorf von Lord Iida überfallen und niedergebrannt wird, kann Tomasu noch fliehen, doch wird er verfolgt von Iidas Männern. Durch einen glücklichen Zufall läuft er Lord Otori Shigeru in die Arme, der ihn rettet und zu sich nach Hause bringt. Damit ändert sich sein Leben von grundauf, er muss seinen Namen ablegen und wird zu Takeo. Doch in dem Jungen, der von nun an sein Leben dem Otori-Clan und der Rache an Lord Iida widmen will, schlummern ungeahnte Kräfte, von denen er nichts ahnt und die von seiner gefährlichen Herkunft zeugen... 

Die ersten Sätze im Buch

"Meine Mutter drohte oft, mich in acht Stücke zu reißen, wenn ich den Wassereimer umstieß oder vorgab, ihren Ruf nicht zu hören, während die Dämmerung dichter wurde und die Zikaden lauter schrillten. Dann hörte ich ihre Stimme, die rau und heftig durch das einsame Tal schallte. 'Wo ist dieser schrecklicher Junge? Den zerreiße ich, wenn er zurückkommt."
Aber wenn ich dann zurückkam, schmutzig vom Handrutschen, grün und blau geschlagen von Raufereien und einmal mit einer stark blutenden Kopfwunde von einem Stein (ich habe immer noch die Narbe, wie ein versilberter Daumennagel), dann warteten auf mich das Feuer, der Duft der Suppe und die Arme meiner Mutter."

Meine Meinung

"Der Clan der Otori - Das Schwert in der Stille" ist ein fantastisches Buch, das mich von vorne bis hinten überzeugt hat. Der Wechsel zwischen Ich-Perspektive (bei Takeo) und der Erzählerperspektive (bei Kaede) sorgt für Abwechslung und Spannung. Man kann sich sehr gut in die Gefühlswelt des Protagonisten versetzen und versteht die Gedankenfolge der Personen auf Anhieb, als würde man es selbst so denken.
 

Doch Achtung! Das ist kein Roman über das historische Japan. Die Autorin hat eine Fantasiewelt erschaffen, die nur an japanische Kultur und Tradition angelehnt ist! Meiner Meinung nach ist dies aber kein negativer Aspekt.
 

Geplagt von Rachegedanken und einer verbotenen Liebe steht der junge Takeo, mitten hineingerutscht in eine Welt der Geheimnisse und Intrigen, irgendwo zwischen Leben und Tod.
 

Lian Hearn weiß, wie man den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Spannung hält.

Unbedingt lesen!

Weitere Bücher der Autorin:
"Der Clan der Otori - Der Pfad im Schnee" (Band 2)
"Der Clan der Otori - Der Glanz des Mondes" (Band 3) 
"Der Clan der Otori - Der Ruf des Reihers" (Band 4) 

5 von 5 Punkten

Montag, 23. Juli 2012

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" von J. K. Rowling

Titel: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Originaltitel: Fantastic Beasts and Where to Find Them
Autorin: Joanne K. Rowling
Genre: Urban Fantasy, Sachbuch
Erscheinungsjahr: DE 2001 | GB 2001
Verlag: Carlsen
Preis: TB 4,95 EUR
Seitenanzahl: 96 Seiten

Kurzrezension

Dieses kleine Büchlein ist ein kleines Nachschlagewerk von verschiedenen Tierwesen aus dem "Harry Potter"-Universum mit einem Vorwort von Albus Dumbledore und verschiedenen kleinen Randbemerkungen von Harry und seinen Freunden.

Ich finde es sehr süß und lustig, vor allem die Erklärungen von z.B. Nessie und dem Yeti in unserer Welt. Es macht diese Welt ein bisschen lebendiger und lässt sie realer wirken. Ein tolles Extra zu den Romanen! Leider etwas zu kurz...

5 von 5 Punkten

Samstag, 23. Juni 2012

"Delirium" von Lauren Oliver

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Delirium
Originaltitel: Delirium
Autorin: Lauren Oliver
Genre: Jugendbuch, Dystopie, Science-Fiction
Erscheinungsjahr: DE 2011 | US 2011 
Verlag: Carlsen
Preis: HC 18,90 EUR
Seitenanzahl: 416 Seiten


Kurzbeschreibung

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert bereits seit vielen Jahren nicht mehr. Liebe wurde als tödliche Krankheit erkannt - Amor Deliria Nervosa - und kann nun mithilfe der modernen Medizin geheilt werden. Das geht allerdings erst ab dem 18. Lebensjahr und so muss sich die junge Lena noch einige Monate bis zu ihrem Eingriff, den sie bereits sehnsüchtig erwartet, gedulden. Doch dann lernt sie Alex kennen und entdeckt an sich selbst die ersten Anzeichen der Deliria...

Die ersten Sätze

"Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt. In meiner Familie haben alle den Eingriff bereits hinter sich. Meine ältere Schwester Rachel ist jetzt seit neun Jahren gesund. Sie ist schon so lange gegen die Liebe immun, dass sie sagt, sie erinnere sich noch nicht einmal mehr an ihre Symptome. Mein Eingriff findet in genau fünfundneunzig Tagen statt, am 3. September. Meinem Geburtstag."

Meine Meinung

"Delirium" ist bereits der zweite Roman der Autorin Lauren Oliver und hat mich wirklich packen können. Momentan gibt es viele Jugendbücher auf dem Markt, die das Thema Dystopie und totalitäre Systeme in Bezug auf Partnerwahl, Zukunftsplanung und ähnliches beinhalten und ich muss sagen, dass sich "Delirium" da auch nicht verstecken braucht. Ehrlicher und auch realistischer als so manch seiner Klasse, behandelt dieser Roman die sensiblen Themen, die vor allem Jugendliche ansprechen, ohne dabei völlig auszuschweifen und die Geschichte zu vernachlässigen. Überraschungen und interessante Wendungen bringen genauso den Spaß am Lesen wie die fein gezeichneten Figuren und ihre Denkweisen.


Lena, die Protagonistin, ist klug, etwas eigensinnig und möchte nichts lieber, als ihren Eingriff so bald wie möglich hinter sich zu haben, denn ihre Vergangenheit macht ihr Angst. Früh verlor sie ihre Eltern, die Mutter selbst wurde von der Deliria niedergestreckt, weshalb Lena fürchtet, die Krankheit "im Blut" zu haben. Doch nachdem sie Alex kennenlernt, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt und sie spürt die Deliria bei sich aufkommen. Im Laufe der Geschichte stellt sie sich viele Fragen zum Leben, zur Liebe und zum System selbst und entwickelt einen starken Charakter.


Alex wurde bereits geheilt und ist Student. Er und Lena lernen sich mehr oder weniger zufällig kennen, er scheint fasziniert von ihr zu sein. Doch schon bad muss Lena feststellen, dass Alex nicht der ist, der er vorgibt zu sein und er wird zur Schlüsselfigur ihrer neuen Denkweise.


Lenas beste Freundin Hana ist ein Mädchen mit reichen Eltern, der es nie an etwas gefehlt hat. Trotzdem zweifelt sie ihr Leben und das System an und bringt auch Lena dazu, Regeln zu brechen. Ihre Freundschaft scheint immer weiter zusammenzubrechen, je näher der Tag des Eingriffes rückt, da sie beide verschiedene Meinungen dazu haben. Und schon bald stehen sie vor einer unmöglichen Situation, die die Freundschaft auf die Probe stellt.


Auch die Randfiguren sind sehr vielschichtig, wenn auch nicht so detailliert beschrieben wie die Hauptfiguren. Doch da der Eingriff den Großteil der Gefühlswelt zu zerstören scheint, kann man nicht viele außergewöhnliche Gefühlsregungen erwarten, auch wenn das eine oder andere Mal doch eine Überraschung kommt.

Ich bin wirklich positiv überrascht und würde den Roman auch weiterempfehlen.

Weitere Bücher der Autorin
"Pandemonium" (Band 2)
"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie"

4,5 von 5 Punkten