Posts mit dem Label 4.5 Punkte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 4.5 Punkte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. Juli 2014

"Blaubeertage" von Kasie West

Titel: Blaubeertage
Originaltitel: The Distance Between Us
Autorin: Kasie West
Genre: Jugendbuch, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2014 | US 2013
Verlag: Arena
Preis: Broschiert 12,99 EUR
Seitenzahl: 280 Seiten

Kurzbeschreibung

Ihr ganzes Leben lang hatte sich Caymen von reichen Typen ferngehalten – ihrer alleinerziehenden Mutter zuliebe, die von einem solchen verlassen wurde. Als Xander, der Enkel einer Stammkundin des Puppenladens, den Caymens Mutter betreibt, ihr über den Weg läuft, weiß sie ganz genau, dass er nicht gut für sie ist. Und trotzdem schafft er es mit seiner Art, dass er ihr nicht mehr aus dem Kopf geht…

Die ersten Sätze im Buch

"1.

Mein Blick brennt ein Loch in das Papier. Ich kann das doch! Normalerweise nehme ich Mathegleichungen ohne Probleme auseinander, aber diesmal will mir die Lösung einfach nicht einfallen. Die Ladenglocke klingelt. Ich stopfe meine Hausaufgaben schnell unter den Tresen und schaue hoch. Ein Typ kommt rein, er telefoniert.
Das ist mal was Neues."

Meine Meinung

Mittwoch, 18. September 2013

"Vergiss den Sommer nicht" von Morgan Matson

Titel: Vergiss den Sommer nicht
Originaltitel: Second Chance Summer
Autorin: Morgan Matson
Genre: Jugendbuch, Drama, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2013 | US 2012
Verlag: cbj
Preis: TB 7,99 EUR
Seitenzahl: 480 Seiten

Kurzbeschreibung

Ihr ganzes Leben lang ist die 17jährige Taylor weggelaufen, sobald eine Situation kompliziert wurde - doch als ihr Vater an Krebs erkrankt, nur noch drei Monate zu leben hat und diese Zeit mit der Familie im Sommerhaus verbringen möchte, muss sie sich ihrer Angst stellen. Denn neben dem unausweichlichen Unheil, das über die Familie kommt, warten noch gewisse andere ungeklärte Problemfälle aus der Vergangenheit in den Bergen auf Taylor...

Die ersten Sätze im Buch

"Kapitel 1

Vorsichtig öffnete ich meine Zimmertür und späte hinaus in den Flur. Da die Luft rein war, schnappte ich meine Tasche und schloss die Tür ganz leise hinter mir. Dann schlich ich - immer zwei Stufen auf einmal - die Treppe zur Küche runter. Es war neun Uhr morgens. In drei Stunden wollten wir zu unserem Haus am See aufbrechen, aber ich machte mich lieber aus dem Staub."

Meine Meinung

Nachdem mir schon der Debütroman "Amy on the Summer Road" von Morgan Matson so gut gefallen hat, musste selbstverständlich auch dieses Buch von mir gelesen werden.

Auch wenn der Klappentext schon die Vorwarnung auf ein trauriges und sehr dramatisches Thema gibt, so hat es mich aus irgendeinem Grund nicht aufgehalten. Normalerweise lasse ich die Finger von traurig machenden Büchern - vor allem wenn es um Krebs geht, da es mir in den meisten Fällen einfach zu nahe geht - aber bei diesem Buch habe ich mich getraut. Und ich bin froh drüber.

Taylor Edwards, die Ich-Erzählering, ist keine typische, starke Protagonistin. Sie zweifelt oft an sich selbst, erkennt ihre Fehler, aber leider tut sie wenig dagegen. Ihre größte Schwäche ist ihr Fluchtreflex, der immer dann einsetzt, wenn sie einer Situation ausgesetzt wird, die sie in die Bredouille bringt. Doch im Laufe der Geschichte durchläuft sie einge gewisse Verwandlung - vor allem auf diesem Gebiet - und entwickelt sich mit ihren neuen Erfahrungen weiter.

Henry und Lucy spielen bei dieser Weiterentwicklung eine große Rolle. Beide sind sie die ehemaligen besten Freunde der Hauptperson, die Taylor plötzlich aufgegeben hat und erst nach fünf Jahren wiedertrifft. So muss Taylor sich den Problemen, die sie selbst geschaffen hat, erst stellen, um eine zweite Chance zu bekommen.

Ich mochte Lucy als Figur sehr gerne, sie ist aufgeweckt, lebensfroh und kreativ. Leider kam sie meiner Meinung nach zu sporadisch und unzusammenhängend in der Geschichte vor. Zwar erinnert sich Taylor viel an die Lucy aus Kindertagen, doch mehr als ein paar Bettgeschichten und einige wenige Sachen mehr bekommt man von der Teenager-Lucy kaum mit.

Auch Henry ist eine tolle Figur, auch wenn ich mir auch von ihm mehr gewünscht hätte als nur gutes Aussehen, ein paar Kindheitsgeschichten und Zufallsbegegnungen. Dafür hat Taylor aber sehr viel von ihm geschwärmt und generell an ihn gedacht.

Besonders schön finde ich, wie die Autorin es geschafft hat, dem Leser die Familie Edwards so nahe zu bringen  - sei es die Ballettverliebte Gelsey, die nur schwer Freundschaften aufbauen kann, oder Warren, das Genie in der Familie, das alle mit seinem Wissen beglücken wollte (und mich ein bisschen an Sheldon Cooper erinnert hat).

Hauptmerkmal liegt definitiv auf dem Vater Rob, der einem im Laufe der Geschichte wirklich ans Herz wächst und den man am liebsten nicht mehr loslassen möchte.

Der Erzählstil von Matson finde ich sehr gelungen, auch wenn es manchmal merkwürdig ist, wie eine Erzählung eingeleitet wird und die Ich-Erzählering dann aber davon abschweift und erst Seiten später den Faden wieder aufgreift. Das passiert vor allem, wenn Taylor einige Tage Revue passieren lässt, um dann erst zum eigentlichen Thema zurückzukommen.

Zusammengefasst ist dieses Jugendbuch eine schöne und rührende Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe und das Leben. Lesenswert!

4,5 von 5 Punkten

Dienstag, 20. August 2013

"Shopaholic" von Sophie Kinsella

Titel: Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin
Originaltitel: Confessions of a Shopaholic
Autorin: Sophie Kinsella
Genre: Frauenroman, Humor
Erscheinungsjahr: DE 2001 | GB 2000
Verlag: Goldmann
Preis: TB 8,95 EUR
Seitenzahl: 416 Seiten

Kurzrezension

Becky Bloomwood sollte sich mit Finanzen eigentlich sehr gut auskennen, schreibt sie schließlich selbst angesehene Artikel über dieses Thema. Doch in ihrer eigenen Kasse sieht es eher mau aus und das liegt vor allem daran, dass sie gerne viel und oft shoppen geht. Die Arbeit einer Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft wäre doch ein Traum oder nicht? Oder am besten bei einem Modemagazin! Doch irgendwie kommt doch alles anders als erhofft…

Nachdem ich vor einigen Jahren – ungeahnt, dass es eine Reihe ist – den dritten Band dieser Serie gelesen und mich einfach nur köstlich amüsiert habe, musste ich natürlich auch mal den Anfang kennenlernen – nicht zuletzt, weil ich auch schon mal in die Verfilmung reingeschnuppert habe.

In meinem Sommerurlaub habe ich dann das Buch in einem Laden entdeckt und es spontan mitgenommen – genauso schnell wie meine Entscheidung zum Kauf (Etwa eine Gemeinsamkeit mit der Hauptfigur?) habe ich es auch durchgelesen! Es ist einfach pure Unterhaltung mit sehr viel Selbstironie und den kleinen, besonderen Macken einer einzigartigen Protagonistin, die das Lesen zu einem kleinen Genuss machen.

Keine tiefsinnige Geschichte, aber interessante Figuren – für zwischendurch braucht man auch mal etwas „Einfacheres“ und da ist mam als junge Frau mit dieser Reihe wohl sehr richtig.

Becky Bloomwood ist 25 Jahre alt und Journalistin für "Successful Saving". Sie schreibt über Themen, die sie fast zu Tode langweilen, aber hat zudem einen Weg gefunden, doch noch irgendwie auf ihre Kosten zu kommen. Wie sie ihren Tag so meistert und welche wirklich doofen Gedanken sie manchmal verfolgt, das ist teilweise wirklich grandios und urkomisch. Und auch wenn ich mit ihr die Leidenschaft des Shoppens nicht wirklich teile, so habe ich sie manchmal doch irgendwie verstanden und konnte ihr nachfühlen.

Eine sympathische Protagonistin in einer herrlich witzigen Geschichte über Geld, Glück und Liebe (zum Shoppen), abgerundet durch einen tollen Erzählstil.

Lest es! :)
4,5 von 5 Punkten

Dienstag, 16. April 2013

"City of Glass" von Cassandra Clare

Titel: City of Glass (Chroniken der Unterwelt)
Originaltitel: City of Glass (The Mortal Instruments)
Autorin: Cassandra Clare
Genre: Urban Fantasy, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: DE 2009 | USA 2009
Verlag: Carlsen
Preis: HC 19,95 EUR | Broschiert 14,99 EUR
Seitenzahl: 728 Seiten

- Achtung - SPOILER - 
Da es eine Fortsetzung ist, enthält meine Rezension Informationen zum ersten/zweiten Teil!!!

Kurzbeschreibung

Es ist soweit, die Schlacht rückt immer näher. Nachdem Valentin zwei der Engelsinsignien in seine Gewalt bringen konnte, fehlt ihm nur noch der Spiegel, um seine Macht endgültig zu festigen. Jace macht sich mit den anderen Schattenjägern auf nach Idris, um den Rat zu warnen und über das weitere Vorgehen zu beraten. Auch Clary landet, wenn auch über einen Umweg, in Idris und geht selbstständig auf die Suche nach Ragnor Fell, dem einzigen Hexenmeister, der ihre Mutter retten kann...

Die ersten Sätze im Buch

"Das Portal

Der Kälteeinbruch der vorangegangenen Woche war vorüber und die Sonne schien strahlend vom Himmel, als Clary die staubige Auffahrt vor Lukes Haus überquerte. Sie hatte die Kapuze ihrer Jacke übergezogen, damit ihr die Haare nicht ins Gesicht flogen. Die Temperaturen mochten zwar etwas gestiegen sein, aber der Wind, der vom East River heraufwehte, war immer noch eisig. Er trug einen schwachen, leicht chemischen Geruch mit sich, kombiniert mit der für Brooklyn typischen Mischung aus Asphalt, Benzin und gebranntem Zucker von der abbruchreifen Zuckerfabrik am Ende der Straße."

Meine Meinung

Ich habe gehofft und gebangt, dass dieser Teil der "Chroniken der Unterwelt" mit nicht die gleichen Bauchschmerzen bereiten möge,wie die "City of Ashes" - und bin heilfroh, dass dem tatsächlich nicht so ist.

Clary hat seit dem ersten Band dieser Serie eine starke Entwicklung duchgemacht. Sie ist deutlich mutiger und leider auch risikobereiter geworden. So handelt sie teilweise sehr spontan und unüberlegt, was sie und ihre Nächsten nicht selten in ernsthafte Gefahr bringt. Diese Eigenschaft an ihr ließ mich gelegentlich entnervt aufstöhnen, doch werden diese Momente durch Clarys positiven Seiten wieder ausgeglichen.

Jace allerdings hätte ich in der ersten Hälfte des Buches erschlagen können mit einem arrogant-depressiven Stimmungskarussell und seinen Kamikazeattacken. Einen kleinen Lichtblick gibt es in der zweiten hälfte der Geschichte, aber leider hat diese Figur einiges an Sympathie für mich verloren...

Sehr lobenswert finde ich die Darstellung des Bösewichts in Form von Valentin. Bisher habe ich nur selten in Jugendbüchern einen so menschlich wirkenden Gegenspieler erlebt: liebender Ehemann, sich sorgender Vater... Valentin ist nicht durch und durch böse. Er tut mir Leid, wegen dem was im Allgemeinen mit ihm passiert ist.

Überraschende Wendungen, witzige Dialoge und sehr viel Action bleiben selbstverständlich nicht aus. Manchmal können auch Engel sehr witzig sein!

Bin gespannt auf dem vierten Teil der "Chroniken der Unterwelt"!

Reihe: 
1. "City of Bones" 
2. "City of Ashes"
3. "City of Glass"
4. "City of Fallen Angels"
5. "City of Lost Souls"
6. "City of Heavenly Fire" (noch nicht erschienen)

4,5 von 5 Punkten

Mittwoch, 3. April 2013

Filmtipp: "96 Hours"

Quelle: wikipedia EN
Titel: 96 Hours
Originaltitel: Taken
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Action, Thriller
FSK: ab 16 Jahren
Länge: 93 Minuten
Regie: Pierre Morel
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
Musik: Nathaniel Méchaly
Hauptrollen: Liam Neeson als Bryan Mills, Maggie Grace als Kim Mills, Famke Janssen als Lenore, Olivier Rebourdin als Jean-Claude, u.v.m.

Kurzrezension

Bryan Mills war Geheimagent, bevor er seiner Tochter Kim zuliebe in den vorzeitigen Ruhestand gegangen ist. Als Kim eines Tages mit ihrer besten Freundin für einige Tage nach Paris fliegen will, plagen ihn große Sorgen und nur widerwillig lässt er sie verreisen. Doch als sich seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten und seine Tochter in die Hände einer albanischen Menschenhändlerorgansisation fällt, hat er nur 96 Stunden Zeit, um sie zu finden...

Actiongeladen und rasant kommt dieser Film, völlig beeindruckt und sprachlos lässt er die Zuschauer wieder zurück. Trotz der heftigen Brutalität (z.B. Folter) und der Skrupellosigkeit hat auch mich dieser Film in seinen Bann ziehen können.

Liam Neeson hat mich mit dieser Rolle wirklich überraschen können, sieht er doch eigentlich wie jemand aus, der keiner Fliege was zu leide tun kann.Und irgendwie dadurch hab ich ihm den überaus besorgten Vater voll abkaufen können.

Überraschende Wendungen, eine unerbittliche Wahrheit und jede Menge technischer Tricks neben haarsträubenden Verfolgungsjagden und wilden Schießereien/Kämpfen halten die Spannung durchgehend auf einem extrem hohen Level.

Und eine kleine Lektion für's Leben lernt man bei diesem Film auch noch: Was man auf keinen Fall tun darf, wenn man im Ausland unterwegs ist!

Sehenswert!

4,5 von 5 Punkten

Sonntag, 24. März 2013

"Der Joker" von Markus Zusak

Titel: Der Joker
Originaltitel: The Messenger
Autor: Markus Zusak
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: DE 2006 | AUS 2002
Verlag: cbj
Preis: TB 8,95 EUR
Seitenzahl: 448 Seiten

Kurzrezension

Ed Kennedy führt ein unspektakuläres Leben zumindest bis zu dem Tag, an dem er einen Bankräuber aufhält und über Nacht zum Helden in seiner kleinen Heimatstadt wird. Denn plötzlich bekommt er verschlüsselte Nachrichten in Form von Spielkarten, welche sich als Aufgaben entpuppen, bei denen Ed teilweise bis an seine Grenzen gehen muss...

Nach "Die Bücherdiebin", einem großartigen Buch, das mich wirklich berührt hat, war ich sehr gespannt auf ein weiteres Werk des preisgekrönten australischen Autors Zusak. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Ed Kennedy, der Protagonist und Ich-Erzähler, ist eine vielschichtige und interessante Figur, die mit viel Intuition, Charme und Empathie die ihm gestellten Aufgaben löst. Er war mir von Anfang an sehr sympathisch, auch wenn (oder gerade deswegen?) er zum Teil etwas von einem Versager hat.

Seine innige Beziehung zu seinem Hund, der liebevoll "Türsteher" getauft wurde, und ihre "Gespräche" fand ich besonders amüsant und fantasievoll. Genau wie die Aufgaben, die mal sehr leicht zu erfüllen sind, mal aber von Ed auch alles verlangen.

Auch die Nebenfiguren werden wunderbar lebendig und vielseitig dargestellt, niemand ist so, wie er anfangs zu sein scheint.

Der Schreibstil ist jedoch das meiner Meinung nach Beste an diesem Roman, er besticht durch seine unverwechselbare Erzählkunst, wie ich den auch schon bei "Die Bücherdiebin" kennenlernen durfte.

Ein unglaublich schöner Roman, der zum Nachdenken anregt und einen nicht mehr loslässt.
Lesenswert!

4,5 von 5 Punkten

Freitag, 25. Januar 2013

Filmtipp: "Die Tribute von Panem"

Titel: Die Tribute von Panem – The Hunger Games
Originaltitel: The Hunger Games
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Buchverfilmung, Science-Fiction, Action
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 142 Minuten
Regie: Gary Ross
Drehbuch: Gary Ross, Suzanne Collins, Billy Ray
Musik: T-Bone Burnett, James Newton Howard
Hauptrollen: Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen, Josh Hutcherson als Peeta Mellark, Woody Harrelson als Haymitch Abernathy, Liam Hemsworth als Gale Hawthorne, Elizabeth Banks als Effie Trinket, Donald Sutherland als Präsident Snow u.v.m.

Kurzbeschreibung

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es schon lange nicht mehr. Das, was einst die Vereinigten Staaten von Amerika waren, ist nun aufgeteilt in zwölf Distrikte, die vom Kapitol kontrolliert werden. Jedes Jahr veranstaltet das Kapitol die Hungerspiele, die an den Aufstand von vor 74 Jahren erinnern sollen. Bei diesen Spielen werden 24 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren in eine Arena gesteckt, um sich bis zum Tode zu bekämpfen, denn nur der letzte Überlebende darf wieder zurück nach Hause...

Meine Meinung

Ich denke, die meisten sind vertraut mit der Geschichte um Katniss und Peeta, den beiden Tributen aus Distrikt 12, deswegen werde ich nicht weiter auf die Handlung an sich eingehen.

Den Film selbst habe ich bereits letztes Jahr gesehen, als er im März 2012 in die Kinos kam, ich hatte sehr große Erwartungen, denn die Bücher haben mich einfach umgehauen. Vor kurzem habe ich den Film noch mal auf Blu-ray geschaut, da ich es zu Weihnachten geschenkt bekommen habe.

Jennifer Lawrence in der Rolle der Katniss finde ich optimal besetzt, genau so habe ich mir auch die Protagonistin beim Lesen vorgestellt: der fürsorgliche Blick bei ihrer Schwester, die lockere Art bei Gale und völlig distanziert und kühl im Kapitol – Lawrence hat es geschafft, all diese Emotionen und noch viel mehr glaubhaft und natürlich darzustellen. Nur ihre Art zu Laufen empfand ich irgendwie als zu „steif“.

Peeta – gespielt von Josh Hutcherson - mochte ich im Buch zwar ganz gerne, doch im Film dann so gar nicht und ich weiß nicht genau, ob es tatsächlich nur am Schauspieler lag... Irgendwie hat mich diese Figur im Film gestört, Peeta erschien mir überflüssig und eher hinderlich. Vielleicht hat es Hutcherson auch nur nicht geschafft, diese charmante und einnehmende Art von Peeta richtig wiederzugeben, die er im Buch hatte. Vielleicht wurde aber auch seine Rolle etwas runtergeschraubt bzw. verändert. Jedenfalls hat es mich gestört.

Ich habe mir zwar Gale (Liam Hemsworth), den besten Freund von Katniss, etwas anders vorgestellt, allerdings bin ich doch recht zufrieden mit dieser Besetztung, denn Hemsworth sieht ja schon ziemlich süß aus. ;) Und ich hoffe, in den anderen Teilen kommt er noch viel öfter vor, schließlich haben sie ihn im Film auch deutlich öfter gezeigt, als er im Buch eigentlich vorkommt.

Auch die anderen wichtigen sowie eher unwichtigen Figuren im Film finde ich absolut gelungen besetzt!

Es ist natürlich schwierig, einen Film über ein Mädchen in der Hauptrolle zu drehen, die zwar viel nachdenkt, aber die meiste Zeit eher alleine unterwegs ist und wenig redet. Trotzdem haben die Macher es geschafft, im Grunde alle wichtigen Informationen auf kreative Art und Weise zu liefern, z.B. durch Kommentare der Moderatoren während der Übertragungen der Spiele.

Auch hinter die Kulissen durfte man einen Blick werfen, während man im Buch nur rätseln kann, woher dies und das in der Arena plötzlich kommt und wie das gesteuert wird.

Zwar wurden einige meiner Meinung nach wichtige Hintergrundgeschichten (z.B. die Tochter des Bürgermeisters oder die Sache mit den zungenlosen Dienern im Kapitol) komplett weggelassen bzw. verändert, doch trotzdem ist dieser Film sehr gelungen!

Etwas störend war für mich nur, dass manche Sachen tatsächlich kommentarlos von statten gegangen sind und ich weiß noch genau, wie meine Freunde nach dem Film mich gefragt haben, was dies und jenes eigentlich zu bedeuten hat. Als Beispiel: Warum ist auf dem Zaun das Schild für Gefahr (Strom) und Katniss kann ihn trotzdem einfach so berühren? Es wird einfach nicht erklärt, während im Buch diese Informationen eigentlich sehr, sehr wichtig ist.

Wäre nicht diese Tatsache, so wäre der Film meiner Meinung nach einfach TOP.
Aber leider ist er nur TOP, wenn man auch die Bücher gelesen hat, denn nur so versteht man die tatsächlichen Ausmaße der gesamten Geschichte, die schließlich nicht ganz ohne ist.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Verfilmung des nächsten Bandes!

4,5 von 5 Punkten

Sonntag, 4. November 2012

"An deiner Seite" von Ema Toyama

Titel: An deiner Seite
Originaltitel:
ココにいるよ! Koko ni Iru yo! (Ich bin hier!)
Mangaka (Zeichnerin): Ema Toyama
Genre: Manga, Romantik, Humor
Erschienen: 2007-2009
Verlag:
Egmont Manga Anime
Preis: je 6,50 EUR
Bände: 5, vollständig erschienen


Kurzbeschreibung

Hikage Sumino ist so schüchtern und unscheinbar, dass selbst ihre Klassenkameraden, mit denen sie schon mehrere Jahre gemeinsam Unterricht hat, ihren Namen nicht kennen und sich den nicht merken können. Ihren einzigen Trost erfährt sie durch die Kommentare zweier Stammgäste ihres Blogs, doch so kann es nicht weitergehen! Und plötzlich scheint sich Hinata, der beliebteste Junge der Klasse, ausgerechnet für Sumino zu interessieren...

Meine Meinung

"An deiner Seite" ist zwar nicht der erste Manga von Ema Toyama (die vor allem durch "xx me!" bekannt geworden ist), aber der erste von ihr, den ich gelesen habe.  Und mir hat er sehr gut gefallen!

Die Geschichte ist typisch für Shojo Manga (Comics für Mädchen): süße Figuren, gefühlvolle Dialoge und Thema Liebe, Gesehenwerden und Freundschaft.

Es ist nicht wirklich anspruchsvoll, die verwendeten Metaphern sind eindeutig (die Sonne als Symbol für den Mittelpunkt, Schatten als direktes Pendant für das Ausgeschlossensein) und einige Sätze werden durchgehend in allen fünf Bänden wiederholt.

Sumino, die so etwa 14 oder 15 Jahre alt ist, hatte noch nie richtige Freunde. Ihre einzigen Beschäftigungen sind Handarbeiten und ihr Blog. In der Schule spricht niemand mit ihr und sie kann sich nicht richtig bemerkbar machen, weil sie zu schüchtern ist. So kann es auch mal passieren, dass der eine oder andere mal über sie stolpert oder sich versehentlich auf sie draufsetzt!

Hinata und sein bester Freund Teru sind das komplette Gegenteil von Sumino. Beide sind in der Klasse sehr beliebt, vor allem weil sie gut aussehen. Hinata ist sehr klug und obendrein auch noch Kendomeister. Teru dagegen sehr faul, aber durch sein gutes Aussehen bekommt er im Grunde alles, was er möchte, durchgesetzt.

Man merkt, dass die Figuren hier ins Extreme gehen, entweder extrem beliebt oder extrem unscheinbar. Aber die Geschichte an sich ist so süß ausgearbeitet und behandelt diese Themen auf sehr emotionale Art und Weise, dass man auch wissen möchte, wie es weitergeht mit der kleinen Sumino. Außerdem mangelt es hier auch nicht an Humor!

Ich mochte alle fünf Bände sehr gerne lesen, vor allem die kleine Zusatzgeschichte am Ende hat mir sehr gut gefallen!

Wer also gerne süße und romantische Geschichten liest und dazu niedliche Zeichnungen haben möchte, für den oder die ist es genau das Richtige! Und auch so für Zwischendurch ist es immer gut! ;)


Weitere Werke von Ema Toyama (Auswahl)
"Mama Colle"
"xx me!"
"Kami Kami Kaeshi" 

4,5 von 5 Punkten

Dienstag, 16. Oktober 2012

"Der Hund der Baskervilles" von Arthur Conan Doyle

Titel: Der Hund der Baskervilles
Originaltitel: The Hound of the Baskervilles
Autorin: Arthur Conan Doyle
Genre: Krimi

Erscheinungsjahr: DE 1903 | GB 1902
Verlag: Insel Taschenbuch
Preis: TB 8,00 EUR
Seitenanzahl: 244 Seiten


Kurzrezension

"Der Hund der Baskervilles", so nennen die Bewohner von Dartmoor den blutrünstigen Geisterhund, der schon so manchen aus der Familie Baskerville das Leben gekostet hat. Sherlock Holmes wird angagiert, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor noch einer sein Leben vorzeitig lassen muss...

Auch der dritte Band der "Sherlock Holmes"-Reihe glänzt mit Spannung und Scharfsinn.

Leider kam Holmes in der Hälfte des Buches gar nicht direkt vor, was ich äußerst schade fand. Denn auch wenn Watson eine überaus interessante Person ist, so handelt er doch manchmal zu "naiv" (im Vergleich zu Holmes allemal) und mir fehlte den Teil des Buches über Holmes' bissiger Witz und die Arroganz.

Der Spannungbogen wurde langsam aufgebaut, was eine gewisse Atmosphäre schaffte, die einen förmlich mitfiebern ließ, obwohl man erahnen konnte, was als nächstes passiert.

Eine Unstimmigkeit im Bezug auf die ersten beiden Teile habe ich feststellen können: Watson ist während seines Dienstes als Militärarzt am Bein (in ersten Buch war's noch eine Schulterverletzung, aber was soll's...) verletzt worden, weshalb er seither humpelt. In diesem Buch bezeichnet Watson sich während einer Verfolgung als einen guten Läufer, was ja eigentlich nicht stimmen kann...

Trotzdem fand ich auch den dritten Teil der Reihe gelungen und würde ihn auf alle Fälle weiterempfehlen!

4,5 von 5 Punkten

Montag, 3. September 2012

"Wir beide, irgendwann" von Jay Asher und Carolyn Mackler

Deutsches Cover
Originalcover
Titel: Wir beide, irgendwann
Originaltitel: The Future of Us
Autoren: Jay Asher und Carolyn Mackler
Genre: Jugendbuch, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2012 | US 2011
Verlag: cbt
Preis: HC 17,99 EUR
Seitenanzahl: 400 Seiten


Kurzbeschreibung

1996 - Die 16jährige Emma bekommt von ihrem Vater einen Computer geschenkt. Als sie und ihre Sandkastenfreund Josh sich das erste Mal via AOL ins Internet einloggen, stoßen sie auf "Facebook" - eine Internetseite, die es eigentlich noch nicht geben sollte und die scheinbar einen Blick in die Zukunft gewährt. Während Josh später eine Traumfrau heiraten und reich sein wird, scheint Emmas Leben den Bach runterzugehen und das gilt es zu verhindern...

Die ersten Sätze im Buch

"1://EMMA

Ich kann heute nicht mit Graham Schluss machen, obwohl ich meinen Freunden angekündigt habe, dass ich es bei nächster Gelegenheit tun würde. Stattdessen verstecke ich mich in meinem Zimmer und nehme meinen neuen Computer in Betrieb, während er im Park auf der anderen Straßenseite Ultimate Frisbee spielt.
Mein Vater hat mir den Computer geschickt, wieder mal ein Geschenk, das seinem schlechten Gewissen geschuldet ist. Letzten Sommer, bevor er mit meiner Stiefmutter von Pennsylvania nach Florida gezogen ist, hat er mir den Schlüssel seines alten Honda in die Hand gedrückt und sein neues Leben gegonnen. Jetzt haben
sie ihr erstes Baby bekommen und ich bekam dafür diesen Computer inklusive Windows 95 und Farbbildschirm."

Meine Meinung
 

Ich habe mich wirklich sehr auf das Buch gefreut und hab es auch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Was davon blieb, ist ein kleines Mischmasch an Gefühlen, die ich nicht komplett sortieren kann.

Der Schreibstil ist einfach und lässt sich flüssig lesen, man bekommt einen kleinen Einblick von sieben Tagen in das Leben zwei junger Menschen, die noch viel vor haben und sich nun Sorgen um ihre Zukunft machen.
 

Emma und Josh sind die Protagonisten dieser Geschichte, sie erzählen jeweils abwechselnd aus ihrer Sicht von ihren Erlebnissen und Entdeckungen in dieser einen besonderen Woche und man kann prima ihre Wege und Gedanken nachverfolgen. Während Josh noch innerlich mit sich kämpft, damit alles so klappt, wie es seine Zukunft auf Facebook vorhersagt, ist Emma darauf übergegangen, so wenig von ihrer Zukunft wahrwerden zu lassen wie möglich. 

Ihn fand ich recht sympathisch, sie dagegen war mir etwas zuwider, da sie zu extremer Naivität in Form von mädchenhaften Schwärmereien zu neigen scheint, was einfach auf die Nerven geht. 

Die Geschichte an sich weist - meiner Meinung nach - einen großen Logikfehler auf...
 

Jedes Mal, wenn die beiden zu Facebook gehen und schauen, wie es in 15 Jahren aussieht mit deren Leben, ändert sich eine Kleinigkeit. Aber rein logisch betrachtet kann dies nicht sein, da in den nächsten 15 Jahren schließlich auch die paar Tage mit drin eingebunden sein müssen, in denen sie Facebook entdecken - d.h. eigentlich müssten sie all das in der Zukunft tatsächlich kennen und auch dementsprechend wenig änderbar ist diese dann auch. Es sein denn, sie schauen in ein Paralleluniversum oder ähnliches, dann aber macht es keinen Sinn, dass ihre Handlungen in der einen "Welt" Auswirkungen auf die andere "Welt" haben. 

Diese eine Sache hat mich wirklich gestört, doch ich lasse das Buch mit seinem phantastischen Element und nehme es jetzt einfach so hin, dass es wohl keinen Sinn haben muss, denn der wahre Kern dieser Geschichte liegt nicht in der "Zeitreise" sondern im sozialkritischen Bereich, der sich hauptsächlich um das bereitwillige Teilen von intimen Informationen mit fremden Menschen im digitalen Zeitalter dreht.

Man sieht, wie leicht es ist, ein sehr persönliche Informationen zu kommen, und dass es die Menschen von heute scheinbar gar nicht so auffällt, WAS sie ihren Mitmenschen tatsächlich erzählen. Es ist ja noch schön, wenn man über glückliche Momente oder sowas berichtet (z.B. "Ich werde Vater!"), aber was wirklich nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte, sind Aussagen, die wohl eher auf Mitleid bei den anderen treffen und die man normalerweise auch nicht so in die Welt hinausposaunen würde (z.B. "Und schon wieder verbringe ich den Tag allein." oder "Mein Mann war schon seit drei Tagen nicht zu Hause, angeblich ist er 'Angeln'. Weiß jemand, wo er in Wirklichkeit ist?"). Wahlweise sieht man auch bei einigen den Zwang, ihre alltäglichen Kleinigkeiten mit jederman zu teilen (z.B. "Heute gab es Pizza."). Und da ist dieses Buch eigentlich recht deutlich geworden, mit seiner Aussage, dass man einfach zu viele seine persönlichen Informationen ins Netz schickt. Ganz witzig fand ich dieses Zitat: "Wir dürfen doch wegen Facebook nicht unser ganzes Leben über den Haufen werfen." (S. 153) Treffend.


Neben dem gesellschaftskritischen Aspekt gibt es natürlich noch etliche andere Andeutungen in Bezug auf technologischen Fortschritt innerhalb von 15 Jahren und andere Kleinigkeiten (z.B. auf Bücher, Filme, Serien, die erst nach 1996 erscheinen, heute aber schon beinah zu den "Klassikern" gehören).
 

Ich habe mich auch ein bisschen zurückerinnern können, an meine eigene Kindheit in den 90er Jahren, was ein sehr netter Nebeneffekt war.
Der romantische Teil der Geschichte war nicht gerade überragend, er war eher niedlich, hat aber auch keinesfalls gestört.

Auch wenn ich das Zeitparadoxon blöd finde, würde ich das Buch weiterempfehlen, allein aufgrund der Sozialkritik und des Hauchs eines nostalgischen Faktors.


4,5 von 5 Punkten

Dienstag, 21. August 2012

"Zwischen Himmel und Liebe" von Cecelia Ahern

Titel: Zwischen Himmel und Liebe
Originaltitel: If You Could See Me Now
 
Autorin: Cecelia Ahern
Genre: Gegenwartsliteratur, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2006 | IRL 2005
Verlag: Krüger

Preis: TB 8,95 EUR
Seitenanzahl: 400 Seiten

Kurzrezension

Elizabeth Egan könnte ein perfektes Leben führen, wäre da nicht ihre äußerst schwierige Familiensituation: Der Vater hält nicht viel von Emotionen und wartet stur auf seine bereits seit 20 Jahren verschollene Frau, die Schwester säuft wie ein Loch und der sechsjährige Neffe Luke, den Elizabeth adoptiert hat, sehnt sich nach Liebe, die er von seiner Tante vergeblich erwartet, denn sie hat in ihrer Kindheit selbst zu wenig davon zu spüren bekommen.
Ivan hat einen ganz besonderen Job: Er ist bester Freund für jeden, der ihn braucht, denn auch nur diese Personen können ihn sehen. Sein neuer Autrag führt ihn zu Luke, doch plötzlich wird der "imaginäre" Freund auch für Elizabeth sichtbar und stellt ihr Leben auf den Kopf...

Jedes Mal schafft es Ahern aufs Neue, ihre Leser zu verzaubern. Der ständige Wechsel zwischen Ich- und Erzählerperspektive hält eine gewisse Spannung aufrecht, die durch beinah schon spotan eingebaute Flashbacks verstärkt wird.
Nach und nach lernt man die Charaktere besser kennen und ihre Gefühlswelt spielt dabei die größte Rolle.

Es ist die bezaubernde und sehr gefühlvolle Geschichte einer Frau, die ihr Kindheit nachholt und die Vergangenheit versucht zu verarbeiten. So schön, dass man am Ende am liebsten weinen würde.

Empfehlenswert!

4,5 von 5 Punkten

Montag, 20. August 2012

"Bartimäus - Das Amulett von Samarkand" von Jonathan Stroud

Titel: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
Originaltitel: The Bartimaeus Trilogy  - The Amulet of Samarkand
Autorin: Jonathan Stroud
Genre: Urban/High Fantasy, Jugendbuch, Humor
Erscheinungsjahr: DE 2004 | GB 2003
Verlag: cbj
Preis: TB 8,95 EUR
Seitenanzahl: 544 Seiten

Kurzrezension
Der 12jährige Zauberschüler Nathanael will Rache, nachdem ihn ein Zauberer demütigt und als schwach dargestellt hat. Deshalb beschwört er Bartimäus, um seinem Feind einen wertvollen Gegenstand zu stehlen - das Amulett von Samarkand.
Bartimäus ist ein Dschinn und so wie die meisten anderen Dämonen auch mag er es so gar nicht, von jemanden rumkomandiert zu werden. Er tut also alles, um seinen Herrn auszutricksen und zu bestrafen. Doch zu seinem Leidwesen stellt sich Nathanael als ziemlich geschickt heraus und der Dschinn hat keine andere Wahl, als den Auftrag des Jungen zu erfüllen, was schwere Konsequenzen mit sich zieht...

Bartimäus und Nathanael sind keine perfekten und sympathischen Helden, wie man sie in vielen Büchern heutzutage findet. Der Dschinn ist egoistisch und rücksichtslos, ziemlich frech und ist zu 100% von sich selbst überzeugt, während der Zauberschüler zwar sehr wissbegierig und klug ist, aber auch sehr eingebildet mit einer Tendenz zum Naiven. Die beiden zusammen geben eine sehr interessante Mischung ab, die im Laufe der Geschichte immer besser harmoniert.

Durch den Welchsel zwischen Ich-Perspektive aus Bartimäus' Sicht und Erzählerperspektive bei Nathanael bleibt es durchgehend spannend und ergänzende, teilweise sehr amüsante Fußnoten von Bartimäus frischen die Geschichte schön auf, ohne den Lesefluss zu zerstören.

Fazit: Der erste Teil der Bartimäus-Trilogie (die jedoch bereits aus vier Büchern besteht) ist ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht.
Unbedingt lesen! 

4,5 von 5 Punkten

Dienstag, 14. August 2012

"Ich schreib dir morgen wieder" von Cecelia Ahern

Titel: Ich schreib dir morgen wieder
Originaltitel: The Book of Tomorrow
Autorin: Cecelia Ahern
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2010 | IRL 2009
Verlag: Krüger
Preis: TB 9,99 EUR
Seitenanzahl: 368 Seiten

Kurzrezension

Tamara Goodwin ist verwöhnt, frech und momentan vor allem eins: traurig. Ihr Vater hat eine Menge Schulden gemacht, was ihn in den Selbstmord trieb. So mussten Tamara und ihre nun psychisch labile Mutter zu Tanta Rosaleen und Onkel Arthur aufs Land flüchten.
Doch nach und nach glaubt Tamara, Rosaleen würde etwas vor ihr verstecken und sie ist ganz erpicht drauf, das Geheimnis zu lüften. Und dann ist da auch noch diese Nonne und das sonderbare Tagebuch, das die Zukunft vorherzusagen scheint...

"Ich schreib dir morgen wieder" ist eine spannende Geschichte über ein Mädchen, das nach sich selbst sucht und - ein bisschen wie in einem Krimi - stückchenweise eine schockierende Wahrheit ans Licht bringt.

Cecelia Ahern beschreibt wieder mal sehr einfühlsam, jugendlich und authentisch das Gefühlschaos eines jungen, trauernden Menschens, dessen Selbstschutz auf Distanz und frechem Verhalten beruht. Auch wenn Tamara dadurch zeitweise etwas nervig war, konnte man Verständnis dafür aufbringen und Sympathie für sie aufbauen.

Die Geschichte stellt hier aber vor allem eine Frage: Wenn du weißt, was morgen passieren wird, würdest du es dann genau so machen?
Wieder mal eine tolle Idee, hab es von Ahern nicht anders erwartet!

Empfehlenswert!

4,5 von 5 Punkten

Freitag, 27. Juli 2012

"Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück" von François Lelord

Titel: Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück
Originaltitel: La voyage d'Hector ou la recherche du bonheur
Autor: François Lelord
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2004 | FR 2002
Verlag: Piper
Preis: TB 8,99 EUR
Seitenanzahl: 185 Seiten

Kurzrezension

Hector ist unzufrieden. Er ist Psychiater, hört seinen Patienten zu, versucht ihnen zu helfen, doch er schafft es nicht, sie wieder glücklich zu machen. Also macht Hector eine Reise, um rauszufinden, was Glück eigentlich ist und wie und warum man glücklich wird...

François Lelords Schreibstil wirkt distanziert, teilweise auch kindlich bzw naiv, hat mich persönlich ein bisschen an eine Mischung auf Franz Kafka (z.B. "Der Prozess) und Albert Camus (z.B. "Der Fremde") erinnert und ich fand es großartig.

Der Protagonist ist sympathisch, auch wenn er gelegentlich ein paar moralisch eher verwerfliche Dinge tut.

Die ganze Geschichte fand ich irgendwie "süß", weil von z.B. dem Thema Sex eher so "kindlich" gesprochen wurde, was das mögliche "Peinliche" oder gar "Vulgäre" gleich von Anfang an wegfallen lässt.

Alles in einem ist es ein sehr schöner Roman, absolut lesenwert, auch wenn ich ihn bereits nach ca. drei Stunden durch hatte. 

4,5 von 5 Punkten

Sonntag, 22. Juli 2012

Filmtipp: "The Amazing Spider-Man"

Titel: The amazing Spider-Man
Originaltitel: The amazing Spider-Man
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Action
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 136 Minuten
Regie: Marc Webb
Drehbuch: James Vanderbilt, Alvin Sargent, Steven Kloves
Musik: Hames Horner
Hauptrollen: Andrew Garfield als Peter Parker/Spider-Man, Emma Stone als Gwen Stacy, Rhys Ifans als Dr. Curt Connors/Lizard, Martin Sheen als Ben Parker, Sally Field als May Parker, Denis Leary als George Stacy u.v.m.


Kurzbeschreibung

Peter Parker ist ein gewöhnlicher High School Schüler mit den recht normalen Problemen eines Teenagers, zumindest bis er bei einem kurzen Besuch der Forschungseinrichtung, die mit artenübergreifender Genetik rumexperementiert, von einer Spinne gebissen wird. Plötzlich scheint sich sein Körper zu verändern, er bekommt ungeahnte Kräfte und Reflexe, was ihm nur zu gut passt, denn so kann er die Jagd auf den Mörder seines Onkels eröffnen...

Meine Meinung

Ein "Spider-Man"-Remake? Mein erster Gedanke: Wie unnötig, die "Spider-Man"-Filme mit Tobey Maguire sind doch noch gar nicht so alt! Doch ich hab mich entschieden, den doch recht positiven Kritiken zu folgen und mich auch überzeugen zu lassen. Und ich muss sagen:  "The Amazing Spider-Man" ist wirklich überraschend gut! Ich hätte nicht gedacht, dass Andrew Garfield so gut in die Rolle des Peter Parkers passt.
Peters anfängliche Tollpatschigkeit beim Entdecken seiner neuen "Talente" und seine ihn in Schwierigkeiten bringende Überheblichkeit setzt Garfield wirlich gut in Szene und lässt ihn natürlicher wirken, nicht so steif wie bei Maguire. Allerdings hat es mich ein bisschen gestört, dass der neue Spider-Man keine eigenen Spinnenweben machen kann, dafür braucht er hier technische Hilfe. Doch ich habe gehört, dass das wohl näher am Original (also am Comic) sein soll und außerdem auch etwas logischer. Denn wenn man es ganz genau nimmt, dann müssten die Spinnenweben ja aus ähnlichen Körperbereichen rausschießen wie bei den tierischen Vorbildern und wenn man ehrlich ist, sehe das wohl bei einem Menschen sehr... hm... merkwürdig und lächerlich  aus...?
Eine positive Überraschung beim Film ist die neue Freundin des Superhelden: Gwen Stacy. Endlich mal ein Mädchen, dass auch etwas mehr kann als nur in Gefahr sein und gerettet werden! Und trotz der recht großen (und deswegen machmal etwas verschreckenden) Augen von Emma Stone, bin ich erleichtert, nicht mehr den ewig müden Blick Mary Janes alias Kirsten Dunst ertragen zu müssen. Sehr angenehm!
Parkers Gegner, ein Wissenschaftler, der zu einer Echse mutiert, wirkte vom Aussehen her teilweise etwas lächerlich und nicht wirklich Angst einflößend, was ein bisschen enttäuschend war, denn Maguires Gegner waren doch ein bisschen beeindruckender (auch wenn das nicht das wichtigste am Film ist, ich weiß!). Die Kreatur hat ein bisschen an eine Miniversion von Godzilla erinnert, die wie King Kong das höchste Gebäude der Stadt besteigt (nur ohne weibliche Begleitung).
Anfangs wirkt der Film etwas langatmig, im Grunde passiert sehr wenig interessantes, doch ab einem bestimmten Zeitpunkt geht alles plötzlich ganz schnell. Eins, zwei, drei, hallo, ich bin Spider-Man! Mit Kostüm + Haftbefehl. Moooment, möchte man da nur sagen und das ganze ein bisschen zurückspulen. Vielleicht wollten die Macher nur das "Altbekannte" aus den anderen Filmen nur so schnell wie möglich überspringen? Ein bisschen mehr der Entwicklung hätte ich mir doch irgendwie gewünscht zu sehen.
Die 3D-Effekte waren teilweise wirklich gut und spektakulär, besonders wenn Spider-Man durch die Stadt "gependelt" ist, sehr hübsch. Ansonsten waren sie kaum von Nöten, wie bei eigentliche den meisten 3D-Filmen. Da hätte man vielleicht mehr rausholen können. Oder ich hab vielleicht unmögliche Vorstellungen.

Im Großen und Ganzen ist der Film super! Kann wirklich locker mit den alten "Spider-Man"-Filmen mithalten, Garfield ist der neue, der "amazing Spider-Man"!
Unbedingt schauen!

4,5 von 5 Punkten

Montag, 9. Juli 2012

"Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Der Schatten des Windes
Originaltitel: La sombra del viento
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2005 | SP 2001
Verlag: Suhrkamp
Preis: TB 9,99 EUR | HC 25,00 EUR
Seitenanzahl: 562 Seiten


Kurzbeschreibung

Barcelona, 1945. Als kleiner Junge wird Daniel eines Tages von seinem Vater zum geheimen Friedhof der vergessenen Bücher mitgenommen, wo er sich ein Buch aussuchen darf. Er wählt "Der Schatten des Windes" von dem kaum bekannten Schriftsteller Julián Carax, über den Daniel versucht, mehr herauszufinden, und schließlich immer tiefer in ein Labyrinth aus Geheimnissen und Intrigen eindringt. Die Grenzen zu der Geschichte im Buch und seinem eigenen Leben scheinen zu verschwimmen...

Die ersten Sätze im Buch

"Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der vergessenen Bücher mitnahm. Die ersten Sommertage des Jahres 1945 rieselten dahin, und wir gingen durch die Straßen eines Barcelonas, auf dem ein aschener Himmel lastete und dunstiges Sonnenlicht auf die Rambla de Santa Mónica filterte.
'Daniel, was du heute sehen wirst, darfst du niemandem erzählen', sagte mein Vater. 'Nicht einmal deinem Freund Tomás. Niemandem.'"

Meine Meinung

"Der Schatten des Windes" erzählt die Geschichte eines Jungen, dessen Leben von der Suche nach Informationen um die Existenz einer völlig fremden Person beherrscht wird und dabei selbst ein Teil dessen wird.

Daniel, der Ich-Erzähler, ist sympathisch, wenn auch etwas weinerlich, und spielt nicht die typische Heldenfigur, ist oft hilflos und kindlich. Er wird im Laufe der Geschichte erwachsen(er) und sammelt eine Menge neuer Erfahrungen, vor allem aber auch Wissen über den vermeintlich toten Autor Julián Carax, für den er fast so etwas wie Besessenheit entwickelt.

Das Barcelona der Nachkriegszeit wird als sehr brutal und teilweise etwas ungemütlich beschrieben, es wird nichts verschönigt.

Von allen Nebenfiguren im Buch hat mir Daniels werdender bester Freund Fermín am besten gefallen, weil er so lebendig, direkt und lustig wirkt, einfach liebenswürdig, vor allem seine Ausdrucksweise.

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn es manchmal etwas langatmig erzählt wurde, Zafón versteht es, Spannung an den richtigen Stellen zu setzen.

Nur mit einer Sache kam ich persönlich leider nicht so klar und das waren die Namen von verschiedenen Nebenpersonen und Schauplätzen, die es größtenteils auch in der Realität zu geben scheint. Ich bin einfach durcheinander gekommen, weil ich mit spanischen Namen nicht so vertraut bin.

"Der Schatten des Windes" soll der Auftakt einer Tetralogie sein und ich bin verwirrt, wie das angehen kann, da diese Geschichte für mich komplett in sich geschlossen zu sein scheint. Alle Fragen werden beantwortet, alle Hintergrundgeschichten erzählt und auch das Ende ist überhaupt nicht offen. Ich bin gespannt, denn die Folgebänder werde ich auf jeden Fall lesen.

Alles in allem fand ich den Roman klasse, sehr spannend und gut durchdacht, auf jeden Fall empfehlenswert!

Weitere Bücher des Autors (Auswahl)
"Das Spiel des Engels" (Band 2)

"Der Gefangene des Himmels" (Band 3)
"Marina"
"Der Fürst des Nebels"


4,5 von 5 Punkten

Dienstag, 26. Juni 2012

Filmtipp: "Ein riskanter Plan"

Titel: Ein riskanter Plan
Originaltitel: Man on a Ledge
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Thriller
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 103 Minuten
Regie: Asger Leth
Drehbuch: Pablo F. Fenjves
Musik: Henry Jackman
Hauptrollen: Sam Worthington als Nick Cassidy, Elizabeth Banks als Lydia Mercer, Jamie Bell als Joey Cassidy, Ed Harris als David Englander, Kyra Sedgwick als Suzie Morales u.v.m.


Kurzbeschreibung

Nick Cassidy war ein Polizist, bevor er für 25 Jahre ins Gefängsnis musste. Zwei Jahre später schafft er es, zu fliehen, und droht sich von einem Hochhaus zu schmeißen. Während die Verhandlungen laufen, will Nick beweisen, dass er völlig unschuldig hinter Gittern gesteckt wird. Und dafür hat er einen Plan...

Meine Meinung

Manchmal glaub ich, dass ich zu viel Spannung nicht vertrage, denn dieser Film hat mir mit jeder weiteren haarsträubenden Szene den Rest gegeben.
Nick ist ein sehr kluger Ex-Polizist, der von Sam Worthigton super gut gespielt wird. Man durchschaut ihn nicht sofort und fiebert wirklich mit, während er da im 21. Stockwerk steht und weit in die Tiefe schaut.
Auch Lydia Mercer, eine Psychologin - gespielt von Elizabeth Banks, die mich schon in einigen Filmen begeistern konnte - ist eine grandiose Figur, die man nicht so recht einschätzen kann, die aber auch sehr sympathisch und mit einem kühlen Köpfchen ausgestattet ist.
Der Film ist sehr gut durchdacht, vielleicht ein bisschen zu gut, aber die Spannung lässt einen darüber nicht nachdenken. Das einzige, was mir wirklich merkwürdig vorkam, ist ein bestimmtes Schimpfwort, das ungewöhnlich oft von verschiedenen Personen benutzt wird - und das auch noch auf verschiedenen Sprachen!
Ich verstehe nur bedingt, warum die Filmkritiker den Film so zerreißen... Ich fand ihn sehr unterhaltsam und würde ihn auch weiterempfehlen.


4,5 von 5 Punkten

"Die Leiden einer jungen Kassiererin" von Anna Sam

Titel: Die Leiden einer jungen Kassiererin
Originaltitel: Les tribulations d'une caissière!
Autorin: Anna Sam
Genre: Erzählung, Humor
Erscheinungsjahr: DE 2009 | FR 2009
Verlag: Riemann
Preis: TB 9,99 EUR
Seitenanzahl: 169 Seiten
 
Kurzrezension

Das Leben einer Kassiererin ist gleichzeitig vielschichtig wie eintönig. In diesem Buch erzählt Anna Sam, was sie nach acht Jahren in diesem Berufsfeld alles schöne (oder auch nicht) über die "Servicemitarbeiterin Kasse" gelernt hat. 

Die Kapitel sind kurz und hängen teiweise nur lose miteinander, behandelt jeweils ein berufsspezifisches Thema mit viel Sarkasmus, (Selbst-)Kritik und auch Lob. Lustige Vergleiche, wie auch interessante/absurde/witzige Beispielgeschichten und Beobachtungen aus dem wahren Leben runden diese Satire perfekt ab.

Egal ob man vor oder hinter der Kasse ist, dieses Buch lohnt sich allemal als Abwechslung und/oder für Zwischendurch!

4,5 von 5 Punkten

Montag, 25. Juni 2012

Filmtipp: "I Am Legend"

Titel: I Am Legend
Originaltitel: I Am Legend
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Dystopie, Science-Fiction
FSK: ab 16 Jahren
Länge: 100 Minuten
Regie: Francis Lawrence
Drehbuch: Mark Protosevich, Akiva Goldsman
Musik: James Newton Howard
Hauptrollen: Will Smith als Robert Neville, Willow Smith als Marley Neville, Alice Braga als Anna, Charlie Tahan als Ethan u.v.m.


Kurzbeschreibung

2009, ein mutierter Virus soll als Heilmittel gegen Krebs eingesetzt werden, bisherige Experimente versprechen eine 100%ige Erfolgschance. Doch kurz nach der Freigabe des Mittels an die Allgemeinheit zeigen sich erste Nebenwirkungen: die Haare fallen aus, die Haut wird extrem lichtempfindlich, die Intelligenz scheint eine Devolution zu machen.
Drei Jahre später ist Rober Neville der einzige Überlebende in New York, weil er immun gegen das Virus ist. Zusammen mit seiner einzigen Begleiterin, der Schäferhündin Sam, sucht er Tag für Tag nach dem Heilmittel, das die Menschheit retten soll, und muss dabei gegen die mutierten und blutrünstigen Menschen auf den Straßen ankämpfen...

Meine Meinung

Die Idee, dass ein Virus die Menschen in Zombie-ähnliche Kreaturen mutieren lässt, ist sicherlich nicht neu. Der Hauptunterschied zu vielen anderen Filmes dieser Kategorie besteht wohl deutlich in der Umsetzung und der Darstellung: Es geht hier nicht nur um den Horroreffekt, Gemetzel und Blut, es geht hier sehr viel mehr um die Einsamkeit und das langsame Verzweifeln eines Menschen, der noch eine vage Hoffnung auf Rettung hat und versucht, bei Verstand zu bleiben.
Will Smith stellt die Rolle des charakterstarken Virologen Dr. Robert Neville sehr gut dar. Die Einsamkeit, die ihn langsam ein bisschen verrückt werden lässt (er spricht gerne mit Anziehpuppen), bringt der Schauspieler auf grandiose Art und Weise sehr glaubhaft rüber.
Immer wieder werden zwischendurch Sequenzen eingebaut, die die Situation beim Ausbruch der Infektion zeigt, vervollständigen Schritt für Schritt das Gesamtbild der Lage. Atemberaubende Bilder, wie der Überlebende alleine durch die verlassenen Straßen New Yorks streift, schaffen eine einzigartige Atmosphäre.
Einziger kleiner Minuspunkt für mich ist die Vorhersehbarkeit einiger Szenen oft in Verbindung mit den "Zombies", doch das zerstört den Genuss des Filmes trotzdem nicht.
Wer ein bisschen schreckhaft ist (so wie ich), sollte den Film vielleicht nicht alleine schauen!

Ein Alternatives Ende zur Kinofassung gibt es auch, jedoch finde ich dieses nicht so realistisch wie das "Original", auch wenn es sich wohl mehr an den Roman "Ich bin Legende" von Richard Matheson orientieren soll.

4,5 von 5 Punkten

Samstag, 23. Juni 2012

"Die Stadt der verschwundenen Kinder" von Caragh O'Brien

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Die Stadt der verschwundenen Kinder
Originaltitel: Birthmarked
Autorin: Caragh O'Brien
Genre: Jugendbuch, Dystopie
Erscheinungsjahr: DE 2011 | US 2010
Verlag: HEYNE
Preis: HC 16,99 EUR
Seitenanzahl: 464 Seiten


Kurzbeschreibung

Die 16jährige Gaia möchte in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und eine Hebamme werden. Die wichtigste Aufgabe einer solchen besteht in dem Vorbringen der drei ersten Neugeborenen des Monats an die Enklave, eine Stadt innerhalb der Mauern, zu der sie keinen Zutritt haben. Wer sich gegen das Gesetz auflehnt, wird getötet. Als Gaias Eltern eines Tages verhaftet werden, begibt sich Gaia auf die Suche nach Antworten, die ihr scheinbar niemand geben möchte, und macht erschreckende Erkenntnisse... 

Die ersten Sätze im Buch

"Im Halblicht der ärmlichen Hütte zwang sich die Frau, ein letztes, qualvolles Mal zu pressen, und das Baby glitt heraus, in Gaias griffbereite Hände.
"Gut gemacht", lobte sie. "Wundervoll. Es ist ein Mädchen."
Das Baby schrie ungehalten, Gaia aber seufzte erleichtert, als sie Finger, Zehen und den Rücken abtastete. Es war ein gutes Baby, gesund und wohlgeformt, bloß klein."


Meine Meinung

Anfangs hatte ich ein Problem, die Geschichte zeitlich korrekt einzuordnen. Alles wirkt so rückständig und erinnerte mich an Mittelalter, nur die Begriffe "Fahrrad" und "Solaranlage" irritierten mich an den Stellen immer wieder. Dass das ganze über 300 Jahre in der Zukunft spielen soll, das merkt man nur an einigen Geburtsdaten, an technischen Errungenschaften mangelt es eher (zumindest wirkte es sehr einfach von dem, was man überhaupt mitbekommen hat). Angeblich wird alles von Kameras überwacht, allerdings hatte ich trotzdem das Gefühl, die Protagonistin hatte bei einigen Streifzügen durch die verbotenen Gegenden ziemlich leichtes Spiel.

Gaia Stone ist noch ziemlich jung und unerfahren. Ihre eine Gesichtshälfte wird von einer großen Brandnarbe verunstaltet, wodurch sie sich immer beobachtet und auch ausgegrenzt fühlt. Kurz nachdem ihre Eltern verhaftet werden, stürzt sich Gaia meiner Meinung nach etwas kopflos in die Suche nach dem Warum, wodurch ihre weiteren Erlebnisse auch etwas chaotisch anfangen und enden. Sie begibt sich planlos in Gefahr, was schon recht naiv wirkt, aber auch selbstlos und sie irgendwie sympathisch macht.

Auch die weiteren Haupt- und Nebenfiguren werden fein gezeichnet, was eine sehr lebendige Atmosphäre schafft.

Alles in einem ist dieses Jugendbuch, was zweifelsohne kein wirklich neues Thema behandelt, eine sehr nette Abwechslung, vor allem da die Hauptperson mal KEIN zickender Teenager ist, der nur andere Typen anschmachtet und sonst nichts tut. (vgl. z.B. "Die Rebellion der Maddie Freeman" von Kacvinsky)

Empfehlenswert!

Weitere Bücher der Autorin
"Das Land der verlorenen Träume" (Band 2)

4,5 von 5 Punkten