Montag, 30. Juli 2012

Gewinnspiel!

Ab heute habt ihr hier die Chance, neuen Lesestoff zu gewinnen!  


Was braucht man? - Nichts weiter außer ein paar Erinnerungen.

Was kann man gewinnen? - Ein Taschenbuch nach Wahl. Eventuell auch ein Hardcover-Buch!

Was muss man tun? - Schreibt mir hier als Kommentar, wie ihr zum Lesen gekommen seid. Ihr dürft gerne andere auf dieses Gewinnspiel aufmerksam machen, denn ab 10 Mitspielern wird neben einem Wunschtaschenbuch auch ein Hardcover-Buch nach Wahl (max. 20 EUR) verlost!  

Wie wird über den/die Gewinner/in entschieden? - Per Losverfahren, um es so fair wie möglich zu gestalten!

Wann wird das Los gezogen? - Das Gewinnspiel geht bis zum Freitag, den 28. September 2012, 23 Uhr 59!

Noch Fragen? - Dann nutze dafür die Kommentarfunktion oder schreib mir eine E-Mail an tataclysm@gmail.com!

Mitmachen lohnt sich!


Teilnehmer:

Connys Kreativ- und Bücher-Scheune
Norbert Krüger
Mariko
Julia liest  
thebookmonster
Junebug 
Blueberry
Monika
Sternenkind
Celina
Jessi
Lichterzählerin
Julia (Zwischen den Zeilen)
Ally Lala
Julia Müller
Uwe Taechl
Hannah
Pia  
Butterfly
Buch Telegram
May
Iseree
Corinna
Achim
DanielaS  
fantasticbooks
Babybel81

"Der große Gatsby" von F. Scott Fitzgerald

Titel: Der große Gatsby
Originaltitel: The Great Gatsby
Autor: Frances Scott Fitzgerald
Genre: Gegenwartsliteratur, Klassiker
Erscheinungsjahr: DE 1926 | US 1925
Verlag: Diogenes
Preis: TB 9,90 EUR
Seitenanzahl: 188 Seiten

Kurzrezension

Die goldenen 20er Jahre: Nick Carraway zieht aus beruflichen Gründen nach New York und lernt dort seinen Nachbarn Jay Gatsby kennen, einen millionenschweren Geschäftsmann, der in seiner riesigen Villa beinah jeden Tag Partys gibt. Doch der schöne Schein trügt und Carraway lernt nach und nach Gatsbys Vergangenheit kennen, von seiner verlorenen Liebe und dem Streben nach Geld und Anerkennung...

Eigentlich trau' ich mich gar nicht so richtig, dieses Buch zu bewerten, ich glaube (bzw weiß) nämlich, dass ich nicht alle Hintergründe tatsächlich verstanden habe, trotzdem fand ich es sehr gut. Es dreht sich viel um Luxus und Spaß, das schöne Leben wird in Saus und Braus genossen, ohne groß darüber nachzudenken. Lügen, Gerüchte, Ehebrüche - das alles steht auf der Tagesliste.
Der Erzähler, Carraway, ist eine interessante Persönlichkeit, er beobachtet viel und hat zu alleim seine Meinung, tut aber von sich aus wenig, lässt sich eher etwas mitziehen. Er nimmt erst zum Schluss eine etwas akivere Rolle ein.
Die eigentliche Person, um die sich die Geschichte dreht, ist Gatsby, und von dem erfährt man im Endeffekt nur ein kleines bisschen, vor allem aber beinach alles gerüchteweise. Und all diese Angaben sind auch sehr stark von der Meinung von Carraway geprägt... Ich war etwas verwirrt, weil seine Meinung zu Gatsby mit seiner Handlung am Ende des Buches ein bisschen im Gegensatz befindet, zumindest kam es mir so vor.
Das Ende ist traurig und tragisch, durchtrieben von Eifersucht, Egoismus und Einsamkeit.
Es hat mich sehr mitgenommen, vor allem weil das Portrait vom Menschen, das hier gezeichnet wird, auch irgendwie in die heutige Zeit passt...

Empfehlenswert.

5 von 5 Punkten

"Naokos Lächeln" von Haruki Murakami

Deutsches Cover
Originalcover
Titel: Naokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte
Originaltitel: ノルウェイの森 (Noruwei no mori)
Autor: Haruki Murakami
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2001 | JP 1987
Verlag: btb
Preis: TB 10,00 EUR
Seitenanzahl: 416 Seiten

Kurzbeschreibung

Toru Watanabe ist 17 Jahre alt, als sein bester Freund Kizuki Selbstmord begeht. Zwei Jahre später trifft er in Tokyo, wo er für ein Studium hingezogen ist, auf Naoko, Kizukis damalige Freundin, und fühlt sich zu ihr hingezogen. Sie fangen eine Beziehung an, doch schon bald muss Naoko fort, in ein Sanatorium, und Toru wird auf eine harte Probe gestellt, denn kurz darauf lernt er Midori kennen, ein lebensfrohe Mädchen, das er sehr lieb gewinnt. Doch für wen wird Toru sich entscheiden, für die geheimnisvolle Naoko mit ihrer unsicheren Zukunft oder für die lebenslustige Midori? 

Die ersten Sätze im Buch

"Ich war siebenunddreißig Jahre alt und saß in einer Boeing 747. In ihrem Anflug auf Hamburg tauchte die riesige Maschine in eine dichte Wolkenschicht ein. Trüber, kalter Novemberregen hing über dem Land und ließ die Szenerie wie ein düsteres flämisches Landschaftsbild erscheinen: die Arbeiter in ihren Regenmänteln, die Fahnen auf dem flachen Flughafengebäude, die BMW-Reklametafeln. Ich war also wieder einmal in Deutschland.
Nach der Landung erlosch das Nicht-Rauchen-Schild, und aus den Kabinenlautsprechern ertönte leise Hintergrundmusik - eine gedämpfte Instrumentalversion des Beatles-Stückes
Norwegian Wood. Wie immer ließ diese Melodie mich erschaudern, nur diesmal heftiger denn je."

Meine Meinung

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich von diesem Roman halten soll... Eigentlich bin ich ziemlich enttäuscht, weil ich mir was besseres vorgestellt habe - Murakami soll doch so ein toller japanischer Schriftsteller sein - aber möglicherweise habe ich nur ein doofes Buch von ihm erwischt. Jedenfalls war es mir zu viel Sex.

Der Protagonist, Toru, ist am Anfang der Geschichte 37 Jahre alt und erinnert sich an den Selbstmord seines besten Freundes 20 Jahre zuvor und was dann alles passiert ist. Er ist eine von mir als ziemlich passiv empfundene Person, er redet eher wenig, gibt oft unverbindliche Antworten - nur wenn es um Sex geht, dann wird er aktiv... Und sein Leben scheint sich irgendwie nur um Sex zu drehen und für meinen Geschmack wurde es zu detailliert beschrieben. Außerdem geht er andauernd seiner angeblichen Freundin Naoko fremd. Und sein liebstes Gesprächsthema scheint auch Sex zu sein...

Naoko ist geheimnisvoll und gestört, zumindest nennt sie sich selbst gestört und das hat mich ziemlich genervt, weil sie meint, unheimlich krank zu sein, und ich aber irgendwie das Gefühl hatte, sie redet sich ihre Krankheit nur ein. Ich fand sie langweilig.

Midori dagegen ist lustig, aber auch etwas verrückt. Ihre Fantasie ist sehr interessant, leider redet auch sie nur über Sex. Sie ist auch stur und nachtragend, aber wenigstens wirkt sie natürlicher und menschlicher als Naoko.

Frauen sind in diesem Roman nur zum Vergnügen da, sie stellen sich selbst als Sexspielzeug dar und finden es total natürlich und verständlich, dass die Männer ständig und mit allen Sex haben wollen. Es passt mir überhaupt nicht, dieses Bild geht mir gegen den Strich.

Und irgendwie begehen viel zu viele Menschen da Selbstmord, hat mich gewundert, dass Toru 37 Jahre alt geworden ist.

Ist das wirklich Japan? Ich meine, die Selbstmordrate dort ist wohl extrem hoch, aber haben sie auch so eine verwerfliche Moral, wenn es um Sex geht? Oder überzeichnet hier der Autor eine Menge? Ich bin verwirrt. Ich glaube, ich habe Aussage des Buches nicht erfasst...

Das Ende ist offen und passt überhaupt nicht mit dem Anfang zusammen, mir fehlt da ein ganzes Stück.

Ich würde es nicht weiterempfehlen...

Weitere Bücher des Autors (Auswahl):
"Kafka am Strand"
"Mister Aufziehvogel"
"Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt"

1,5 von 5 Punkten

Sonntag, 29. Juli 2012

"Herr der Fliegen" von William Golding

Titel: Herr der Fliegen
Originaltitel: Lord of the Flies
Autor: William Golding
Genre: Gegenwartsliteratur, Abenteuer
Erscheinungsjahr: DE 1983 | GB 1954
Verlag: Fischer
Preis: TB 7,95 EUR
Seitenanzahl: 288 Seiten

Kurzrezension

Ein Passagierflugzeug mit Schülern stürzt nach einem Angriff auf einer einsamen Insel mitten im Meer ab. Einige Jungen, allesamt noch Kinder, bleiben übrig und so ganz ohne Erwachsene versuchen sie zu überleben, hoffen auf Rettung und genießen ein bisschen die Unabhängigkeit. Der zwölfjährige Ralph wird zum Anführer ernannt und lässt jagen und Hütten bauen. Doch der anfängliche Glanz von Abenteuer wird je zerstört, als die Gruppe sich in Hass und Tod zerteilt. Überleben wird zu einer Unmöglichkeit...

Erschreckend, wie realistisch Golding den Wandel der unschuldigen kleinen Jungen in skrupellose Mörder und Hetzer darstellt. Anfangs war ich nicht so begeistert von dem Roman, er war eher lahm, die Kinder alle naiv und verspielt, ängstlich und ziellos. Doch es wurde interessant, sobald man den Prozess bemerkte, der einige Jungen vernünftiger und verantwortungsbewusster, andere dagegen gnadenlos und gierig nach Macht und Überlegenheit werden ließ.

Ralph als Protagonist ist einer von denen, die diese Veränderungen am stärksten durchmachten. Zum Anführer wurde er törichterweise von den Kindern gewählt, weil er eine große Muschel gefunden hatte und in die geblasen hat, sodass alle es hörten und sich versammelten. Diese Muschel blieb und war ein Symbol für die Einigkeit, doch natürlich gab es auch hier Gegner des Systems. Regeln wurden aufgestellt und verletzt. Streit zerrüttete die Einheit. Fatale Fehler zeigten der Gruppe, wie Ernst die Lage war.

Kinder mussten zu Erwachsenen werden. Es wurde für sie alle zu einem Spiel ums Überleben. Das alles so rasant, fantasievoll und mitreißend, dass ich gespannt war, wie das ganze nun sein befriedigendes Ende finden kann. Und dann kam das Ende. Es war... abrupt, verwirrend und knapp. Ich bin damit unzufrieden, aber trotzdem war der Roman gut.

Lesenwert.

4 von 5 Punkten

Freitag, 27. Juli 2012

"Die Rebellion der Maddie Freeman" von Katie Kacvinsky

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman
Originaltitel: Awaken
Autorin: Katie Kacvinsky

Genre: Jugendbuch, Dystopie, Romantik
Erscheinungsjahr: DE 2012 | US 2011
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
Preis: HC 15,99 EUR
Seitenanzahl: 368 Seiten


Kurzbeschreibung

USA, 2060. Die Welt ist digital geworden, kaum jemand geht mehr nach draußen, alles wird von zu Hause aus gemacht: tanzen, Konzerte besuchen, mit Freunden treffen, zur Schule gehen...
Auch Madeline Freeman ist eine der "Verkabelten", vor allem weil ihr Vater zu den Erschaffern dieses Systems gehört. Doch als Maddie Justin kennenlernt, wird ihr so schön vorgeplantes und hinter den Bildschirmen sicheres Leben komplett auf den Kopf gestellt, denn er gehört zu den Gegnern dieser küstlichen Welt und ist somit auch ein Feind ihres Vaters... 

Die ersten Sätze im Buch

"An meinem siebzehnten Geburtstag schenkte meine Mutter mir ein altes, in Leder gebundenes Tagebuch. Zuerst überraschten mich die leeren Seiten, als sei die Geschichte darin verloren gegangen oder habe sich davongestohlen. Mom erklärte mir, dass die Geschichte absichtlich fehlt, weil sie noch darauf wartet, geschrieben zu werden. Nur meine Mutter würde auf die Idee kommen, mir etwas aus der Vergangenheit zu schenken, um es in der Zukunft zu benutzen. Heute werden Bücher aus Papier nicht mehr hergestellt: Bäume zu fällen ist verboten. In manchen Ecken der Welt stehen noch welche, aber ich habe nie einen gesehen. Die meisten Großstädte haben sich stattdessen für Kunstpflanzen entschieden und den Leuten ist es auch lieber so."

Meine Meinung

Der Debütroman der Amerikanerin Katie Kacvinsky hat mich ziemlich enttäuscht. Ich fand die Idee mit der immer mehr verkabelten Gesellschaft wirklich sehr gut, wollte auch aus genau dem Grund das Buch unbedingt lesen, weil es auch ein ziemlich aktuelles Thema ist (im Trailer zum Buch wird auch die voranschreitende digitale Welt mit Facebook und Co. aufgegriffen).

Allerdings ist es immer weiter in den Hintergrund geraten, je mehr Maddie und Justin sich näher kamen, und das finde ich schade, denn so wurde eine Menge Potential verschenkt, das die Geschichte im Grunde hatte.

Madeline ist eine typische Protagonistin, wie man sie in Romanen für junge Frauen findet: unbewusst hübsch, klug (mit naiven Zügen) und rebellisch angehaucht. Mich hat es jedoch etwas sehr gestört, dass sie sich oft wiederholt hat (von wegen ihr Leben verlaufe nur in vorbestimmten Bahnen, das hat sie beinah in jedem Kapitel einmal erwähnt) und ihre sich dauernd wechselnde Meinung zur Digitalisierung der Welt (mal will sie da raus, mal will sie da bleiben, wo sie ist).

Am schlimmsten fand ich allerdings ihre Schwärmerei für Justin, den selbslosen, von allen vergötterten, perfekten, selbsternannten Retter der Welt. Mit seinen 20 Jahren reißt er beinah schon hochphilosophische Themen an und natürlich gibt es einen Grund, warum Maddie und er nicht zusammen sein dürfen (auch wenn ich den Grund ziemlich lächerlich und absurd finde).

Außer der anstrengenden Liebesgeschichte der beiden, nervte mich der eine oder andere Logikfehler in der Geschichte, z.B. die Sache mit dem Sport treiben: Maddie spielt gerne Fußball, was mich allerdings verwundert hat, ist die Tatsache, dass sie dafür sich sogar mit realen Menschen trifft, wo doch in der Zeit alles übers Internet gemacht wird und Maddie sich draußen und unter Menschen eher verwundbar und unsicher fühlt.

Das Ende des Romans wirkt abrupt und überhaupt nicht wie ein Abschluss, was auf eine kommende Fortsetzung schließen lässt. Ich persönlich werde dann, falls ein Sequel erscheint, nicht weiterlesen, dafür finde ich die Geschichte ein wenig zu undurchdacht und aufgezwungen philosophisch.

Fazit: Ein Roman mit einer sehr interessanten Idee, aber viel zu viel verschenktem Potential.
Weitere Bücher der Autorin:
"Dylan und Gray"
2 von 5 Punkten

"Hector und die Geheimnisse der Liebe" von François Lelord

Titel: Hector und die Geheimnisse der Liebe
Originaltitel: Hector et les secrets de l'amour
Autor: François Lelord
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2005 | FR 2005
Verlag: Piper
Preis: TB 8,99 EUR
Seitenanzahl: 218 Seiten

Kurzrezension

Was ist Liebe und wie entsteht sie? Warum tut sie manchmal so gut und manchmal so weh? Der Psychiater Hector beschäftigt sich mit diesen und weiteren Fragen zu dem heiklen Thema, geht dabei auf die Suche nach einem Professor, der angeblich das Geheimrezept für Liebe gefunden hat. Hectors eigenes (Liebes)Leben spielt in diesem Fall eine nicht ganz unerhebliche Rolle...

Nachdem mir "Hectors Reise" von Lelord sehr gut gefallen hat, wollte ich auch das nächste Buch mit diesem Protagonisten lesen.

Leider hat es mich etwas enttäuscht, vielleicht habe ich zu viel erwartet. Wie auch im ersten Roman hat Hector einige seiner Lektionen zum Thema Liebe in sein Notizbüchlein aufgeschrieben (und sie "Kleine Blüten" genannt), jedes Mal wenn ihm etwas neues auffiel oder er erlebt hatte. Die Geschichte aber hatte leider keine richtige Handlung (kam mir zumindest so vor). Die Orte wurden oft und schnell gewechselt, Spannung oder ähnliches fehlte komplett und die Lektionen empfand ich eher als plump.

Das ist auch der Grund, warum mich der immer noch "süß" gebliebene Schreibstil von dem Autor dieses Mal echt genervt hat. Ich empfand die Lektüre fast schon als Zeitverschwendung, denn am Ende dachte ich nur: Jo, wusste ich alles bereits, nix neues dabei. Es war irgendwie enttäuschend, nachdem ich nach "Hectors Reise" so ein gutes Gefühl hatte...

Außerdem wurde Liebe in diesem Roman teilweise etwas zu doll gleichgestellt mit Sex; klar ist das ein (in gewisser Maßen) wichtiger Teil davon, aber hey... Paarung ist nicht alles.

Fazit: Der erste Teil war besser und ich glaube, ich belasse es dabei und lese nichts mehr aus der Reihe, irgendwie fühl ich mich danach sogar dümmer... :/

2,5 von 5 Punkten

"Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück" von François Lelord

Titel: Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück
Originaltitel: La voyage d'Hector ou la recherche du bonheur
Autor: François Lelord
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2004 | FR 2002
Verlag: Piper
Preis: TB 8,99 EUR
Seitenanzahl: 185 Seiten

Kurzrezension

Hector ist unzufrieden. Er ist Psychiater, hört seinen Patienten zu, versucht ihnen zu helfen, doch er schafft es nicht, sie wieder glücklich zu machen. Also macht Hector eine Reise, um rauszufinden, was Glück eigentlich ist und wie und warum man glücklich wird...

François Lelords Schreibstil wirkt distanziert, teilweise auch kindlich bzw naiv, hat mich persönlich ein bisschen an eine Mischung auf Franz Kafka (z.B. "Der Prozess) und Albert Camus (z.B. "Der Fremde") erinnert und ich fand es großartig.

Der Protagonist ist sympathisch, auch wenn er gelegentlich ein paar moralisch eher verwerfliche Dinge tut.

Die ganze Geschichte fand ich irgendwie "süß", weil von z.B. dem Thema Sex eher so "kindlich" gesprochen wurde, was das mögliche "Peinliche" oder gar "Vulgäre" gleich von Anfang an wegfallen lässt.

Alles in einem ist es ein sehr schöner Roman, absolut lesenwert, auch wenn ich ihn bereits nach ca. drei Stunden durch hatte. 

4,5 von 5 Punkten

Montag, 23. Juli 2012

"Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult

Deutsches Cover
Originalcover
Titel: Beim Leben meiner Schwester
Originaltitel: My Sister's Keeper
Autorin: Jodi Picoult
Genre: Gegenwartsliteratur, Drama
Erscheinungsjahr: DE 2007 | US 2004
Verlag: Piper
Preis: TB 9,99 EUR
Seitenanzahl: 480 Seiten


Kurzbeschreibung

Anna Fitzgerald ist 13 Jahre alt und eine Art Designerbaby, denn als bei ihrer älteren Schwester Kate Leukämie festgestellt wurde, haben sich deren Eltern entschieden, noch ein Kind zu bekommen, das als 100prozentiger Spender für ihre Tochter in Frage kommt. Doch als eine Nierentransplatation für die Schwerkranke, die kaum eine Chance auf Heilung hat, nötig wird, will sich Anna wehren und engagiert Campbell Alexander, seines Zeichens Anwalt. Aber will sie tatsächlich für den sicheren Tod ihrer Schwester verantwortlich sein...?

Die ersten Sätze im Buch

"In meiner frühesten Erinnerung bin ich drei Jahre alt und versuche, meine Schwester umzubringen. Manchmal ist die Erinnerung so deutlich, daß ich wieder genau weiß, wie kratzig sich das Kopfkissen anfühlte, wie ihre Nasenspitze gegen meine Handfläche drückte. Sie hatte natürlich keine Chance gegen mich, aber geklappt hat es nicht. Mein Vater kam rein, um vor dem Schlafengehen noch einmal nach uns zu sehen, und rettete sie. Er brachte mich zurück zu meinem eigenen Bett. 'Das', sagte er zu mir, 'ist nie passiert.'"

Meine Meinung

"Beim Leben meiner Schwester" ist ein aufrührender Roman über das Familiendrama einer von Schicksalsschlägen gezeichneten Familie. 

Sara und Brian Fitzgerald wollten ein ganz normales Familienleben führen, doch daraus wurde nichts. Kate, damals erst zwei Jahre alt, wird schwer krank. Die Diagnose: Promyelozytenleukämie. Sobald eine Therapie funktioniert hat, wird der Patient resistent dagegen und bei einem Rückfall muss ein anderer Heilungsweg eingeschlagen werden. Ohne Spender kann Kate nicht überleben, doch ihre Krankheit erlaubt nur 100prozentige Übereinstimmungen. Dies ist ausschlaggebend für die Eltern, um ein weiteres Kind zu kriegen - Anna, ein Retortenbaby.

Im Laufe der Jahre muss Anna mehrere Operationen und Schmerzen über sich ergehen lassen, alles zum Wohle ihrer älteren Schwester.

Der Roman ist aus den Sichten von sechs verschiedenen Personen geschrieben, die alle aus der Ich-Perspektive erzählen.

Die Protagonistin Anna ist jung und unsicher. In manchen Situationen benimmt sie sich sehr reif für ihr Alter, in anderen kindlich naiv, weswegen ich Anna am Anfang nicht einschätzen konnte. Ihr Grund, nicht mehr Spenderin für die eigene Schwester zu sein, kam mir teilweise sehr egoistisch und übereilt vor. Ich habe sie gelegentlich auch nicht verstanden. Doch zum Ende hin wurde die Lage immer mehr geklärt und ihr wechselndes und sonderbares Verhalten ergibt auf einmal Sinn.

Sara, die Mutter, erzählt anfangs nur von der Vergangenheit, bei ihr dreht sich alles nur um Kates Krankheit und die Wege der Heilung. Eigentlich ist sie Anwältin, doch seit der Diagnose hat sie keine Zeit, diesen Beruf ausüben zu können. Sie würde alles tun, um ihre Tochter zu retten und diese Anklage macht sie psychisch ziemlich fertig. Ihre Entscheidungen und Sicht der Dinge war für mich natürlich und völlig einleuchtend, was wohl auch viel an den eigenen Erfahrungen der Autorin mit diesem Thema liegt.

Brian, der Vater, ist Feuerwehrmann und er erzählt viel von seinen Einsätzen, in die er fast schon flüchtet, weil er mit der familären Situation nicht so gut klar kommt. Er ist eine wichtige Stütze für Sara, versteht aber auch die Situation von Anna, steht also zwischen den Fronten.

Jesse ist der ältere Bruder von Kate und Anna und ein Rebell. Weil sich alles um Kate und ihre Krankheit zu drehen scheint, fühlt er sich von seinen Eltern vernachlässigt und unnütz.

Campbell, der sich bereit erklärt, Anna vor Gericht zu vertreten, ist eigentlich ziemlich eigennützig, doch dieser Fall verändert in vielerlei Hinsicht sein Leben. Bis zum Schluss ist auch ungewiss, wofür er seinen Servicehunde Judge immer an seiner Seite hat.

Auch Julia spielt bei der Gerichtsverhandlung eine wichtige Rolle, da sie Anna und ihre Situation einschätzen soll und eine Empfehlung für das Urteil abgeben muss. In ihren Erzählparts geht es jedoch auch viel um ihre eigene Vergangenheit.

Bis zu einem gewissen Punkt im Buch hat es mich eigentlich gewundert, dass die Geschichte nicht auch aus Kates Sicht erzählt wird, doch am Ende versteht man diese Entscheidung der Autorin.

Dieser Roman ist vielschichtig und emotional. Die Frage, das richtige zu tun, steht an erster Stelle mit Moral und Ethik zusammen.

Ich bin wirklich begeistert. Unbedingt lesen!

Weitere Bücher der Autorin (Auswahl):
"Neunzehn Minuten"
"Das Herz ihrer Tochter"
"Schuldig"


5 von 5 Punkten

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" von J. K. Rowling

Titel: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Originaltitel: Fantastic Beasts and Where to Find Them
Autorin: Joanne K. Rowling
Genre: Urban Fantasy, Sachbuch
Erscheinungsjahr: DE 2001 | GB 2001
Verlag: Carlsen
Preis: TB 4,95 EUR
Seitenanzahl: 96 Seiten

Kurzrezension

Dieses kleine Büchlein ist ein kleines Nachschlagewerk von verschiedenen Tierwesen aus dem "Harry Potter"-Universum mit einem Vorwort von Albus Dumbledore und verschiedenen kleinen Randbemerkungen von Harry und seinen Freunden.

Ich finde es sehr süß und lustig, vor allem die Erklärungen von z.B. Nessie und dem Yeti in unserer Welt. Es macht diese Welt ein bisschen lebendiger und lässt sie realer wirken. Ein tolles Extra zu den Romanen! Leider etwas zu kurz...

5 von 5 Punkten

Sonntag, 22. Juli 2012

Filmtipp: "The Amazing Spider-Man"

Titel: The amazing Spider-Man
Originaltitel: The amazing Spider-Man
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Action
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 136 Minuten
Regie: Marc Webb
Drehbuch: James Vanderbilt, Alvin Sargent, Steven Kloves
Musik: Hames Horner
Hauptrollen: Andrew Garfield als Peter Parker/Spider-Man, Emma Stone als Gwen Stacy, Rhys Ifans als Dr. Curt Connors/Lizard, Martin Sheen als Ben Parker, Sally Field als May Parker, Denis Leary als George Stacy u.v.m.


Kurzbeschreibung

Peter Parker ist ein gewöhnlicher High School Schüler mit den recht normalen Problemen eines Teenagers, zumindest bis er bei einem kurzen Besuch der Forschungseinrichtung, die mit artenübergreifender Genetik rumexperementiert, von einer Spinne gebissen wird. Plötzlich scheint sich sein Körper zu verändern, er bekommt ungeahnte Kräfte und Reflexe, was ihm nur zu gut passt, denn so kann er die Jagd auf den Mörder seines Onkels eröffnen...

Meine Meinung

Ein "Spider-Man"-Remake? Mein erster Gedanke: Wie unnötig, die "Spider-Man"-Filme mit Tobey Maguire sind doch noch gar nicht so alt! Doch ich hab mich entschieden, den doch recht positiven Kritiken zu folgen und mich auch überzeugen zu lassen. Und ich muss sagen:  "The Amazing Spider-Man" ist wirklich überraschend gut! Ich hätte nicht gedacht, dass Andrew Garfield so gut in die Rolle des Peter Parkers passt.
Peters anfängliche Tollpatschigkeit beim Entdecken seiner neuen "Talente" und seine ihn in Schwierigkeiten bringende Überheblichkeit setzt Garfield wirlich gut in Szene und lässt ihn natürlicher wirken, nicht so steif wie bei Maguire. Allerdings hat es mich ein bisschen gestört, dass der neue Spider-Man keine eigenen Spinnenweben machen kann, dafür braucht er hier technische Hilfe. Doch ich habe gehört, dass das wohl näher am Original (also am Comic) sein soll und außerdem auch etwas logischer. Denn wenn man es ganz genau nimmt, dann müssten die Spinnenweben ja aus ähnlichen Körperbereichen rausschießen wie bei den tierischen Vorbildern und wenn man ehrlich ist, sehe das wohl bei einem Menschen sehr... hm... merkwürdig und lächerlich  aus...?
Eine positive Überraschung beim Film ist die neue Freundin des Superhelden: Gwen Stacy. Endlich mal ein Mädchen, dass auch etwas mehr kann als nur in Gefahr sein und gerettet werden! Und trotz der recht großen (und deswegen machmal etwas verschreckenden) Augen von Emma Stone, bin ich erleichtert, nicht mehr den ewig müden Blick Mary Janes alias Kirsten Dunst ertragen zu müssen. Sehr angenehm!
Parkers Gegner, ein Wissenschaftler, der zu einer Echse mutiert, wirkte vom Aussehen her teilweise etwas lächerlich und nicht wirklich Angst einflößend, was ein bisschen enttäuschend war, denn Maguires Gegner waren doch ein bisschen beeindruckender (auch wenn das nicht das wichtigste am Film ist, ich weiß!). Die Kreatur hat ein bisschen an eine Miniversion von Godzilla erinnert, die wie King Kong das höchste Gebäude der Stadt besteigt (nur ohne weibliche Begleitung).
Anfangs wirkt der Film etwas langatmig, im Grunde passiert sehr wenig interessantes, doch ab einem bestimmten Zeitpunkt geht alles plötzlich ganz schnell. Eins, zwei, drei, hallo, ich bin Spider-Man! Mit Kostüm + Haftbefehl. Moooment, möchte man da nur sagen und das ganze ein bisschen zurückspulen. Vielleicht wollten die Macher nur das "Altbekannte" aus den anderen Filmen nur so schnell wie möglich überspringen? Ein bisschen mehr der Entwicklung hätte ich mir doch irgendwie gewünscht zu sehen.
Die 3D-Effekte waren teilweise wirklich gut und spektakulär, besonders wenn Spider-Man durch die Stadt "gependelt" ist, sehr hübsch. Ansonsten waren sie kaum von Nöten, wie bei eigentliche den meisten 3D-Filmen. Da hätte man vielleicht mehr rausholen können. Oder ich hab vielleicht unmögliche Vorstellungen.

Im Großen und Ganzen ist der Film super! Kann wirklich locker mit den alten "Spider-Man"-Filmen mithalten, Garfield ist der neue, der "amazing Spider-Man"!
Unbedingt schauen!

4,5 von 5 Punkten

Freitag, 20. Juli 2012

Sommer-Challenge: "Sag Idealo wo du diesen Sommer liest"

Bei Idealo gibt es diesen Sommer die Möglichkeit, sein Wunschbuch zu gewinnen. Was also tun? Natürlich mitmachen! (Mehr Informationen dazu HIER)

Die Aufgabe ist denkbar einfach: Man soll von seinem Lieblingsleseplatz an verregneten Sommertagen erzählen.

Bei mir klingt das wirklich simpel und unkreativ: Ich lese am liebsten in meinem Bett, da ich in meinem Zimmer die meiste Ruhe und Entspannung dafür finde. Nichts kann mich da dann beim Lesen stören, weder ein Fernseher noch ein Computer - da beides Zimmerverbot haben.
Normalerweise lasse ich mich nicht so einfach ablenken, doch wenn ich versuche, im Wohnzimmer zu lesen, dann neige ich dazu, öfter mal einen Blick in die Glotze zu werfen, wenn die an ist, und das ist sie leider die meiste Zeit des Tages, so ganz nebenbei... Und dann lese ich ein und die selbe Stelle im Buch viele Male, ohne das Gelesene richtig aufzunehmen, keine sehr kluge Taktik.
Und dann steht da auch noch der PC, immer einsatzbereit, schreit beinah nach Beschäftigung - und wenn man der Versuchung widersteht und "nur mal einen kurzen Augenblick" seine E-Mails checken will, dann werden aus zehn Minuten locker schon mal zwei Stunden, in denen man im Grunde NICHTS tut, außer den Monitor anzustarren. Yay.
Darum versuche ich dieser Reizüberflutung zu entkommen, in meine kleine isolierte Höhle genannt Zimmer, wo nur meine Lektüre wichtig ist. Und meine Fantasie.

Dienstag, 17. Juli 2012

"Eine Studie in Scharlachrot" von Arthur Conan Doyle

Titel: Eine Studie in Scharlachrot
Originaltitel: A Study in Scarlet
Autor: Arthur Conan Doyle
Genre: Krimi
Erscheinungsjahr: DE 1894 | GB 1887
Verlag: Insel Taschenbuch
Preis: TB 7,00 EUR
Seitenanzahl: 189 Seiten

Kurzrezension

London des 19. Jahrhunderts: Ein Mörder treibt sein Unwesen und nur der Detektiv Sherlock Holmes vermag den Fall zu lösen. Als sein neuer Mitbewohner darf Watson ihn begleiten und macht so einige interessante Entdeckungen...

Vor kurzem habe ich mich auch mal an die "Sherlock Holmes"-Romane von Doyle getraut. Ich hatte so meine Bedenken, weil Holmes oft irgendwie "perfekt", gefasst und beinah schon langweilig dargestellt wird in vielen Medien und ein Krimi-Fan bin ich eigentlich auch nicht. Trotzdem wurde ich kein bisschen enttäuscht von dem ersten Buch! Holmes ist exzentrisch und verrückt, kein bisschen perfekt und schon gar nicht ruhig und gefasst. Er ist teilweise sogar sehr unsympathisch und mit seinen Mitmenschen kommt er auch nicht soo gut klar, außerdem ist er eingebildet... Und das ist es, was mir so gefallen hat!

Allerdings war der zweite Teil (Die Auflösung mit dem Mordmotiv) etwas seeehr lang gezogen, da hätte ich mir mehr von Holmes und Watson gewünscht.

In dem ersten Band der "Sherlock Holmes"-Serie erfährt man, wie Holmes und Watson sich kennenlernen, dabei erzählt Letzterer aus der Ich-Perspektive auf seine ganz besondere Art und Weise die Geschichte. Watson ist sehr gewissenhaft und genau in seiner Schilderung der Ereignisse, gegenüber Holmes ist er recht aufgeschlossen, hält ihn aber auch etwas für eigen, was dieser auf jeden Fall auch ist.

Mir hat die Lektüre sehr gefallen und ich werde in Zukunft auch mehr von den beiden als "Ermittlerduo" (wenn man das so nennen darf, schließlich macht Holmes fast alles im Alleingang) lesen.

Empfehlenswert! 

5 von 5 Punkten

"Die Unbekannten" von Dean Koontz

Deutsches Cover
Originalcover
Titel: Die Unbekannten
Originaltitel: Breathless
Autor: Dean Koontz
Genre: Thriller, Krimi
Erscheinungsjahr: DE 2011 | US 2009
Verlag: HEYNE
Preis: TB 8,99 EUR
Seitenanzahl: 448 Seiten


Kurzbeschreibung

Adam Grady macht gerade mit seinem Hund Merlin einen Spaziergang im Wald, als er auf zwei ungewöhnliche, hundeähnliche Geschöpfe stößt, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Im nu ist das Gebiet von Sicherheitskräften und Wissenschaftlern abgesperrt, die nationale Sicherheit scheint gefährdet...

Die ersten Sätze im Buch

"Einen Moment vor der Begegnung überkam Grady Adams das seltsame Gefühl, er und Merlin seien nicht allein.
Grady und der Hund gingen täglich bei jedem Wetter zwei Stunden durch Wälder und Wiesen spazieren. In der Wildnis musste er an nichts anderes denken als an die Gerüche, die Geräusche und die Oberflächenbeschaffenheit der Natur, an das Spiel von Licht und Schatten, an den Weg, der vor ihnen lag, und den Heimweg."

Meine Meinung

Koontzs Schreibstil hat mich ein bisschen an den von Dan Brown erinnert, manchmal benutzt er unnötige Detailangaben (wie Höhe, Breite, Tiefe von irgendwelchen Zelten) und kompliziert klingende Worte, die man sicherlich nicht verwenden müsste. Die Charaktere sind (beinahe) alle sehr gebildet und gefasst, haben eine tragische Vergangenheit und extrem viel Glück, ohne selbst wirktlich etwas zu tun.

In dem Buch laufen etwa sechs Geschichten mit verschiedenen Charakteren parallel, die dann gegen Ende oder auch schon etwas früher sich überschneiden oder zusammenführen. Drei der Geschichten empfand ich als eher unnötig für die EIGENTLICHE Handlung des Romans, ohne sie hätte man trotzdem alles verstanden meiner Meinung nach.

Ich war etwas unvorbereitet auf das Buch, muss ich im nachhinein sagen... Erwartet habe ich einen Thriller, vielleicht etwas unheimlicher, bekommen habe ich etwas anderes. Da es viel um wissenschaftliches Zeug ging, wollte ich auch eine wissenschaftliche Erklärung für das Geschehen bekommen.

Ich hatte mich schon einige Seiten vor dem Ende gefragt, ob es wohl einen zweiten Teil geben wird, da für mich gerade in diesem Moment die richtig spannende Handlung eingesetzt hat. Und dann kam das Ende. Abrupt und unbefriedigend.

Der Anfang war super, Koontz weiß echt, wie man den Leser fesseln kann. Ich hätte mich aber wohl lieber vorher etwas über den Autor informieren sollen, dass er vor allem phantastische Literatur schreibt, dann wäre ich vielleicht nicht so enttäuscht über diesen Abschluss.

Fazit: Bis zu einem gewissen Punkt ist es wirklich spannend, danach sackt es leider ab. Trotzdem war es für mich wert, es gelesen zu haben!

Weitere Bücher des Autors (Auswahl)
"Frankenstein - Der Schöpfer"
"Trauma"
"Urangst"


4 von 5 Punkten

Freitag, 13. Juli 2012

"Du oder das ganze Leben" von Simone Elkeles

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Du oder das ganze Leben
Originaltitel: Perfekt Chemistry
Autorin: Simone Elkeles
Genre: Romantik, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: DE 2009 | US 2008
Verlag: cbj
Preis: TB 8,99 EUR
Seitenanzahl: 448 Seiten


Kurzbeschreibung

Anfangs war es nur als Wette gedacht, als der junge Mexikaner Alex seine wunderschöne, reiche und perfekte Mitschülerin Brittany um den Finger wickeln will. Doch die blonde Schönheit scheint in ihm tatsächlich tiefe Gefühle zu wecken und die Gang, zu der Alex gehört, hat wohl auch etwas gegen die Liebelei der beiden Teenager, was sie in große Gefahr bringt...

Die ersten Sätze im Buch

"Brittany

Alle wissen, wie toll ich bin. Mein Leben ist toll. Meine Klamotten sind toll. Und meine Familie erst recht.
Ich reiße mir jeden Tag den Arsch auf, damit alle glauben, mein Leben wäre perfekt. Dabei ist das alles nur Fassade. Der schöne Schein, hinter dem sich die eigentliche Wahrheit verbirgt, muss um jeden Preis gewahrt werden. Denn sonst wäre die Illusion von der perfekten Brittany dahin."


Meine Meinung

Ich habe ja gehört, dass das Buch wohl sehr romantisch sei, aber dass es SO schnulzig ist, das habe ich nicht erwartet.

Brittany ist die Vorzeigeblondine der High School, wie man sie in jedem beliebigen Teenagerfilm findet: Sie ist reich, wunderschön, Cheerleaderin, einfach perfekt - zumindest äußerlich. Privat hat sie so manche kleinen Problemchen: Ihre Familie ist alles andere als perfekt. Der Vater flieht jeden Tag zur Arbeit und kommt nur spät abends wieder. Die Mutter - ein Kontrollfreak - ist immer darauf bedacht, in der Öffentlichkeit gut dazustehen. Und die ältere Schwester hat eine schwere Behinderung, die ihr ein Leben ohne Pflegepersonal nicht erlauben. Erfrischend neue und verzwickte Situationen und Figuren, die uns hier gegeben werden, wie ich finde.

Alex dagegen lebt mit seiner Mutter und seinen jüngeren Geschwistern im ärmsten Viertel der Stadt, sein Vater wurde vor Jahren vor seinen eigenen Augen erschossen. Um seine Familie zu beschützen, wurde er Mitglied einer der stärksten Gangs der Gegend, für die er auch mal kämpfen muss. Nach einer Wette mit seinem Kumpel soll er sich an die "perfekte Brittany" ranmachen und sie rumkriegen - sein Stolz und auch seine Neugier lassen ihn die Wette nicht ablehnen.

Am Anfang fand ich die Geschichte noch recht unterhaltsam und auch irgendwie süß, wurde aber im mit jedem Kapitel immer übertriebener, schnulziger. 

Jedes Kapitel wird abwechselnd aus der Sicht von Brittany und Alex erzählt, was ich sehr interessant fand. Doch Alex' Erzählstil wurde mir nach einer Weile etwas zu viel. Ständig benutzt er spanische Wörter, die nirgendwo übersetzt werden, aber die man gelegentlich aus dem Kontext schließen kann. Ünnötig fand ich diese Wörter vor allem dann, wenn er mit seinen Landsleuten geredet hat, da man dann eigentlich erwartet, dass sie sich auch komplett in ihrer Sprache unterhalten würden und nicht nur teilweise... Eine kleine Tabelle mit Übersetzungen wäre wirklich wünschenswert.

Doch was ich wirklich am schlimmsten fand, war das Ende. Zu viel des Guten. Ehrlich.

Ich würde es nur denen empfehlen, die die Liebesgeschichte zwischen Bella und Edward mögen. Denn das hier ist so ähnlich, nur ohne Vampire und dem ganzen Zeug eben.

Weitere Bücher der Autorin (Auswahl)
"Du oder der Rest der Welt" (Band 2)
"Du oder die große Liebe" (Band 3)
"Leaving Paradise"


3 von 5 Punkten

"Neunzehn Minuten" von Jodi Picoult

Deutsches Cover
Originalcover
Titel: Neunzehn Minuten
Originaltitel: Nineteen Minutes
Autorin: Jodi Picoult
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2008 | US 2007
Verlag: Piper
Preis: TB 9,99 EUR
Seitenanzahl: 480 Seiten


Kurzbeschreibung

Nur 19 Minuten brauchte Peter, um seine Rache zu nehmen. 19 Minuten, in denen viele junge Menschen ihr Leben verlieren, nur nicht er selbst. Nun muss er sich diesen Konsequenzen stellen, ob er will oder nicht. Doch was hat ihr dazu bewegt, dieses schreckliche Verbrechen zu begehen? Und wer ist schuld...?


Die ersten Sätze im Buch

"6. März 2007

In neunzehn Minuten kann man den Rasen vor dem Haus mähen, sich die Haare färben,
Brötchen backen, sich vom Zahnarzt eine Füllung machen lassen oder die Wäsche für eine
fünfköpfige Familie zusammenlegen.
Neunzehn Minuten dauert die Fahrt mit dem Auto von der Grenze Vermonts nach Sterling in
New Hampshire. In neunzehn Minuten kann man einem Kind eine Gutenachtgeschichte
vorlesen oder einen Ölwechsel machen lassen. Man kann eine Meile gehen. Man kann einen
Saum nähen.
In neunzehn Minuten kann man die Welt anhalten oder einfach von ihr abspringen.
In neunzehn Minuten kann man Rache nehmen."


Meine Meinung

Nach einer spannenden Dokumentation über den 1999 an der Columbine High School stattgefunden Amoklauf, wollte ich auch ein Buch zu diesem Thema lesen, wobei ich bewusst zu einer erfundenen Geschichte zurückgreifen wollte.

Nach einigen Recherchen im Internet bin ich auf einige Bücher gestoßen, wobei Jodi Picoult mich am meisten angesprochen hat, nachdem ich ihren Erfolgsroman "Beim Leben meiner Schwester" so wunderbar fand.

Wie erwartet, hat Picoult mich nicht enttäuscht. Vielschichtige Figuren, fein ausgearbeitete Hintergrundgeschichten, sich wunderbar ergänzende Perspektivwechsel, das sind die Zutaten, die eine wunderbare Lektüre ergeben. Sie hat es geschafft, dass ich nicht mehr weiß, wer mir mehr Leid tut, der Täter oder seine Opfer, und wer die tatsächliche Schuld an dem Geschehen hat. Die gesamte Geschichte ist so verstrikt, dass ich zum Ende hin wirklich nicht wusste, ob Peter überhaupt verurteilt wird!

Anfangs war ich etwas enttäuscht, dass die Tatmotive so "klischeehaft" waren: Mobbing, Gewaltfantasien, "Killerspiele", "brutale" Musik. Doch ich dachte mir: Das ist Picoult, ich sollte weiterlesen, sie wird mich noch überraschen. Und dann gab es tatsächlich eine Überraschung und die hatte es in sich!

Wer sich für das Thema Amoklauf an Schulen interessiert oder einfach einen gut durchdachten und Emotionen weckenden Roman lesen möchte, der kann mit diesem Buch nichts falsch machen! 

Lesens- und empfehlenswert!

Weitere Bücher der Autorin (Auswahl)
"Bis ans Ende aller Tage"
"Die Hexen von Salem Falls"
"Beim Leben meiner Schwester"


5 von 5 Punkten

Mittwoch, 11. Juli 2012

"Der futurologische Kongreß" von Stanisław Lem

Titel: Der futurologische Kongreß
Originaltitel: Kongres futurologiczny
Autor: Stanisław Lem
Genre: Science-Fiction, Dystopie, Humor
Erscheinungsjahr: DE 1974 | PL 1971
Verlag: Suhrkamp
Preis: TB 7,00 EUR
Seitenanzahl: 144 Seiten

Kurzrezension

Ijon Tichy ist eigentlich ein Astronaut und trotzdem soll er am sogenannten "Futurologischen Kongreß" teilnehmen. Doch irgendwas läuft da schief, denn plötzlich steht die Welt auf dem Kopf und Tichy landet - ohne es wirklich zu wollen und zu glauben - in der Zukunft. Doch irgendwas scheint mit den Menschen 2039 nicht zu stimmen...

2039, das Zeitalter der "Psychemie", wie Lem es in diesem Buch genannt hat.

Tichy, der Protagonist und Ich-Erzähler, schildert klug und sympathisch sein irrwitziges Aberteuer durch die Zeit. Genau so verrückt sind auch die ganzen neuen Begriffe, die Lem so selbstverständlich erfindet und benutzt, sodass ich im nachhinein gar nicht mehr wusste, was es WIRKLICH gibt und was reines Fantasieprodukt ist. Oft vergaß ich beim Lesen auch, dass das Buch 1970 geschrieben wurde, so futuristisch klingt das alles. Stellenweise hatte ich den Eindruck, dass die Macher von "Matrix" die Idee von Lem geklaut haben!

Eine wirklich lustige Geschichte, ein Science-Fiction-Roman erster Klasse, den man unbedingt lesen muss, vor allem weil Dystopieromane gerade so im Kommen sind!

5 von 5 Punkten

Montag, 9. Juli 2012

"Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafón

Deutsches Cover - Band 2
Originalcover
Titel: Das Spiel des Engels
Originaltitel: El juego del ángel
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: 2008
Verlag: S. Fischer
Preis: TB 10,95 EUR
Seitenanzahl: 720 Seiten


Kurzbeschreibung

David ist noch jung, als seine Mutter ihn verlässt und sein Vater erschossen wird. Er hält sich mit einem Job bei einer Barceloner Tageszeitung über Wasser und hofft, eines Tages die Chance zu bekommen, seine schriftstellerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können.
Als er dann tatsächlich die Einladung eines französischen Verlegers bekommt, fangen die Schwierigkeiten erst richtig an, denn irgendwie glaubt David verflucht zu sein...

Die ersten Sätze im Buch

"Ein Schriftsteller vergisst nie, wann er zum ersten Mal für eine Geschichte ein paar Münzen oder Lob empfangen hat. Er vergisst nie, wann er zum ersten Mal das süße Gift der Eitelkeit im Blut spürt und geglaubt hat, wenn er nur seine Talentlosigkeit vor den anderen geheim halten könne, werde ihm der Traum von der Literatur ein Dach über dem Kopf, eine warme Mahlzeit am Ende des Tages und schließlich das Heißersehnte verschaffen: seinen Namen auf ein paar kläglichen Blättern gedruckt zu sehen, die ihm mit Gewissheit überleben werden. Ein Schriftsteller ist dazu verdammt, immer wieder an diesen Moment zu denken, denn wenn es so weit ist, ist er bereits verloren, und seine Seele kennt ihren Preis."

Meine Meinung

Das Sequel zu Carlos Ruiz Zafóns Reihe um Barcelona ist noch um einiges spannender und verworrener als "Der Schatten des Windes". Neben völlig neuen Charkteren gibt es durchaus auch alte Bekannte, wie Barceló und die Buchhandlung Sempere, wie auch der Friedhof der vergessenen Bücher.

David wurde mir immer sympathischer je älter und zynischer er wurde, ein Einzelgänger, der sich jedoch gleichzeitig auch nach Gesellschaft sehnt. Seine unerwiderte Liebe zu Cristina, der Sekräterin Vidals, Schriftsteller und Freund Davids, treibt ihn fast in den Tod, doch hält ihn das Schreiben irgendwie am Leben.

Er lebt in einem alten Haus, über dessen vorherigen Eigentümer er mehr rausfinden möchte. Doch je weiter er sich in die Vergangenheit traut, desto verworrener erscheint die Geschichte. Und auch die Absichten des Verlegers Andreas Corelli, für den David arbeiten soll, scheinen nicht ganz transparent und eindeutig zu sein.

Mir persönlich hat von den Charakteren Isabella am besten gefallen, ein 17jähriges Mädchen mit dem großen Traum einer Autorenkarriere. Sie quartiert sich mehr oder weniger ungefragt bei David ein, um von ihm lernen zu können. Ihr Temperament und ihre Schlagfertigkeit haben die Geschichte wirklich gut aufgelockert und am Ende war ich überrascht über ihre eigentliche Rolle in der gesamten Geschichte. Außerdem empfand ich sie wie das Gegenteil zu Cristina, die Davids Gefühlswelt beherrschte.

Im großen und ganzen kann ich sagen, dass mir die Lektüre dieses Romans sehr gut gefallen hat und wurden die wenigen eher zäheren Stellen mit wirklich spannenden und unerwarteten Wendungen belohnt. Am Ende gab es bei mir sogar einen richtigen Aha!-Moment.

Unbedingt lesen!

Weitere Bücher des Autors (Auswahl)
"Der Schatten des Windes" (Band 1)

"Der Gefangene des Himmels" (Band 3)
"Marina"
"Der Fürst des Nebels"


5 von 5 Punkten

"Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón

Deutsches Cover - Band 1
Originalcover
Titel: Der Schatten des Windes
Originaltitel: La sombra del viento
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsjahr: DE 2005 | SP 2001
Verlag: Suhrkamp
Preis: TB 9,99 EUR | HC 25,00 EUR
Seitenanzahl: 562 Seiten


Kurzbeschreibung

Barcelona, 1945. Als kleiner Junge wird Daniel eines Tages von seinem Vater zum geheimen Friedhof der vergessenen Bücher mitgenommen, wo er sich ein Buch aussuchen darf. Er wählt "Der Schatten des Windes" von dem kaum bekannten Schriftsteller Julián Carax, über den Daniel versucht, mehr herauszufinden, und schließlich immer tiefer in ein Labyrinth aus Geheimnissen und Intrigen eindringt. Die Grenzen zu der Geschichte im Buch und seinem eigenen Leben scheinen zu verschwimmen...

Die ersten Sätze im Buch

"Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der vergessenen Bücher mitnahm. Die ersten Sommertage des Jahres 1945 rieselten dahin, und wir gingen durch die Straßen eines Barcelonas, auf dem ein aschener Himmel lastete und dunstiges Sonnenlicht auf die Rambla de Santa Mónica filterte.
'Daniel, was du heute sehen wirst, darfst du niemandem erzählen', sagte mein Vater. 'Nicht einmal deinem Freund Tomás. Niemandem.'"

Meine Meinung

"Der Schatten des Windes" erzählt die Geschichte eines Jungen, dessen Leben von der Suche nach Informationen um die Existenz einer völlig fremden Person beherrscht wird und dabei selbst ein Teil dessen wird.

Daniel, der Ich-Erzähler, ist sympathisch, wenn auch etwas weinerlich, und spielt nicht die typische Heldenfigur, ist oft hilflos und kindlich. Er wird im Laufe der Geschichte erwachsen(er) und sammelt eine Menge neuer Erfahrungen, vor allem aber auch Wissen über den vermeintlich toten Autor Julián Carax, für den er fast so etwas wie Besessenheit entwickelt.

Das Barcelona der Nachkriegszeit wird als sehr brutal und teilweise etwas ungemütlich beschrieben, es wird nichts verschönigt.

Von allen Nebenfiguren im Buch hat mir Daniels werdender bester Freund Fermín am besten gefallen, weil er so lebendig, direkt und lustig wirkt, einfach liebenswürdig, vor allem seine Ausdrucksweise.

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn es manchmal etwas langatmig erzählt wurde, Zafón versteht es, Spannung an den richtigen Stellen zu setzen.

Nur mit einer Sache kam ich persönlich leider nicht so klar und das waren die Namen von verschiedenen Nebenpersonen und Schauplätzen, die es größtenteils auch in der Realität zu geben scheint. Ich bin einfach durcheinander gekommen, weil ich mit spanischen Namen nicht so vertraut bin.

"Der Schatten des Windes" soll der Auftakt einer Tetralogie sein und ich bin verwirrt, wie das angehen kann, da diese Geschichte für mich komplett in sich geschlossen zu sein scheint. Alle Fragen werden beantwortet, alle Hintergrundgeschichten erzählt und auch das Ende ist überhaupt nicht offen. Ich bin gespannt, denn die Folgebänder werde ich auf jeden Fall lesen.

Alles in allem fand ich den Roman klasse, sehr spannend und gut durchdacht, auf jeden Fall empfehlenswert!

Weitere Bücher des Autors (Auswahl)
"Das Spiel des Engels" (Band 2)

"Der Gefangene des Himmels" (Band 3)
"Marina"
"Der Fürst des Nebels"


4,5 von 5 Punkten

Sonntag, 8. Juli 2012

Eine Verarsche

Gestern wollten ein paar meiner Freunde und ich uns zusammen einen gemütlichen DVD-Abend machen. Nachdem wir ausgiebig die Regale der einzigen Videothek in unserer Stadt durchgelaufen sind, haben wir uns schließlich für zwei interessant klingende Filme entschieden: "Amok - Columbine School Massacre" und "Apollo 18". Beide FSK 16.


Das "interessante" Cover
Originalcover
Der erste Film geht um den Amoklauf eigentlich zweier High School Schüler in den USA im Jahre 1999, bei dem 12 Menschen getötet wurden, welcher auch gleichzeitig der Auslöser für das Überdenken der Taktik der Polizei bei solchen Ereignissen war. Wir haben uns erhofft, mehr aus der Sicht der Täter die Hindergründe, den Ablauf und sowas zu erfahren. Stattdessen haben wir einen langweiligen, schlecht synchronisierten Fastdokumentarfilm beinah ohne richtigen Handlungsfaden bekommen.
Mal ganz davon abgesehen, dass der eigentliche Amoklauf bereits nach 10 bis 20 Minuten des Films vorbei war, ohne dass man tatsächlich sehr viel davon zu sehen bekommen hat, haben wir uns gefragt, was zum Teufel die Flashbacks des einen Schülers in der Geschichte verloren haben, der - kaum hat das Massaker begonnen - sich bereits in Sicherheit bringen konnte und sonst dann auch kein bisschen in Gefahr war. Den Täter selbst (btw hätten es - wären sie bei den realen Tatsachen geblieben - ZWEI Täter sein sollen), den hat man nur auf zwei oder drei kurzen Überwachungskameraaufnahmen gesehen, dann wurde sein Name gesagt, ein anderer Junge wurde deswegen fast verprügelt und man hat den Zusammenhang ÜBERHAUPT nicht verstanden... Nach 20 Minuten Spielzeit haben wir uns gefragt, WAS soll da noch die nächsten 80 Minuten belabert werden, der Amoklauf ist doch vorbei? ... Wir haben vorgespult... Trauerstätte wird errichtet, Beerdigung findet statt... Aber was ist mit dem Täter? Was ist mit seinen Eltern? Was war der Auslöser? Tja, bleibt wohl der Fantasie überlassen - oder auch einfach Wikipedia.
Doch schlimmer ist die Verarsche der Firma, die dem FSK 12 (!) Film durch brutale Trailer (!!!) einen FSK 18-Sticker verpasst haben, um durch das brutal wirkende Cover für mehr Kunden schmackhaft zu machen. Geht's noch? Mehr Infos auf moviepilot.



Zum zweiten ausgeliehenen Film: "Apollo 18" ist ein Zusammenschnitt aus 84 Stunden fiktivem Filmmaterial der bemannten Mondmission und dem Grund, warum es keine weiteren Mondlandungen mehr gegeben hat. Unglaublich spannend und auch teilweise echt gruselig mit nicht wenigen Schockmomenten.
Dieser Film hat unseren Abend noch gerettet!

Freitag, 6. Juli 2012

"Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walter Moers

Titel: Die Stadt der Träumenden Bücher
Originaltitel: Die Stadt der Träumenden Bücher
Autor: Walter Moers
Genre: High Fantasy, Humor
Erscheinungsjahr: DE 2004
Verlag: Piper
Preis: TB 12,99 EUR | HC 24,90 EUR
Seitenanzahl: 475 Seiten


Kurzbeschreibung

Ein geheimnisvolles Manuskript führt den jungen Dichter Hildegunst von Mythenmetz weit weg von seinem Heimatort, der Lindwurmfeste, nach Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher. Doch die anfängliche Begeisterung schlägt je um, als er Teil einer bösartigen Intrige wird, die ihn in tödliche Gefahr bringt...

Die ersten Sätze im Buch

"Hier fängt die Geschichte an. Sie erzählt, wie ich in den Besitz des Blutigen Buches kam und das Orm erwarb. Es ist keine Geschichte für Leute mit dünner Haut und schwachen Nerven - welchen ich auch gleich empfehlen möchte, dieses Buch wieder zurück auf den Stapel zu legen und sich in die Kinderbuch-Abteilung zu verkrümeln. Husch, husch, verschwindet, ihr Kamillenteetrinker und Heulsusen, ihr Waschlappen und Schmiegehäschen, hier handelt es sich um eine Geschichte über einen Ort, an dem das Lesen noch ein echtes Abenteuer ist!"

Meine Meinung

Mit High-Fantasy kann ich persönlich selten etwas anfangen, trotzdem habe ich mich an den Roman von Moers getraut - und bereue es nicht.

In erster Linie, kann man sagen, ist es eine Geschichte für Bücherliebhaber, denn das ist - wer hätte es geahnt - das zentrale Thema hier.

Der Protagonist Hildegunst von Mythenmetz ist am Anfang eher etwas ängstlich und vorsichtig, steigert sich im Laufe der Handlung jedoch zu seiner Höchstform. Mit seiner Erscheinung konnte ich aber oft nicht viel anfangen, hatte so manches mal Probleme ihn als "Dinosaurier" zu sehen - und der Begriff "Lindwurm" war sowieso (beabsichtigt?) irreführend.

Da es eine Autobiographie darstellt, wird natürlich alles aus der Sicht von Hildegunst erzählt. Es ist sehr intelligent und sympathisch geschrieben, die selbstgezeichneten Bilder und Fußnoten als Erklärungen zu einigen Begriffen und Begebenheiten haben die Geschichte gut aufgelockert, ohne dem Leser quasi "die eigene Fanatsie zu rauben".

Einige zähere Stellen gab es zwar auch, doch das hat der Lektüre keinen Abbruch getan.

Auch die Nebenfiguren waren sehr abwechslungsreich und fantasievoll gestaltet.

Es hat wirklich Spaß gemacht, diesen Roman zu lesen!
Empfehlenswert!

Weitere Bücher des Autors (Auswahl)
"Das Labyrinth der Träumenden Bücher" (Band 2)
"Der Fönig"
"Kleines Arschloch"
"Rumo & Die Wunder im Dunkeln"


5 von 5 Punkten